Frequently Asked Questions

Undokumentiert Arbeiten in der Pandemie

Sendetermin 02.04.2021 16:00 bis 16:30
K P de en
Nachrichten/Info

UNDOK ist die Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen Unterstützung undokumentiert Arbeitender in Österreich. Zu ihren Tätigkeiten gehört die Information undokumentierter Kolleg*innen über ihre Rechte sowie die Beratung und Unterstützung bei der Durchsetzung arbeits- und sozialrechtlicher Ansprüche. Wie sich ihre Situation durch Lockdowns und die Pandemie verändert hat und wie diese Gruppe überhaupt wahrgenommen wird, darüber hat Simona Durisova mit Vina Yun und Radostina Stoyanova von UNDOK gesprochen.

Aus allen Branchen, von Lateinamerika bis Japan

Stoyanova betont, dass die Kerngruppe Drittstaatsangehörige sind, die in den Branchen Bau, Gastronomie oder bei Reinigungsfirmen tätig sind, UNDOK aber auch Menschen aus EU-Ländern berät, die z.B. in Handels-, Transport oder Security-Unternehmen arbeiten, darunter auch viele Studierende. Wichtig zu sagen ist ihr auch: Ob mit oder ohne Papiere: Sozialversicherungsgesetze, Arbeitsrecht und kollektivvertragliche Mindeststandards gelten für alle Menschen, die hier arbeiten.

Nicht bezahlter Lohn, Ausbeutung, exzessive Arbeitszeiten, Übergriffe

Das seien die Hauptprobleme, mit denen sich Menschen an UNDOK wenden, aber auch das Thema Scheinselbständigkeit beschäftigt immer mehr. "Undokumentiert zu arbeiten bedeutet, dass man generell unter einem hohen Ausbeutungsdruck steht. Man ist leicht erpressbar, weil es eben alternativlos ist. Man nimmt Bedingungen hin, die in dokumentierten Verhältnissen nicht möglich wären", sagt Vina Yun im Interview.

Es geht um die nackte Existenz

Die Lockdowns bedrohen undokumentierte Arbeitende in besonderem Maße, weil diese Menschen aufgrund ihrer Schutzlosigkeit (fehlender Kündigungsschutz, Zugang zu Kurzarbeit, Härtefallfonds, Arbeitslosenunterstützung) schneller ihre Jobs verlieren und ihre Existenz dann nicht mehr sichern können.

Angst vor Kontrollen und Fremdenpolizei

Zudem haben viele keinen oder erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem. Undokumentiert Arbeitende würden oft davor zurückschrecken, zu Ärzt*innen oder Ämtern zu gehen, weil sie Angst vor Kontrollen oder der Fremdenpolizei haben, so Vina Yun. Außerdem würden Informationen über die Pandemiebekämpfungsmaßnahmen sehr verlangsamt bei ihnen ankommen und seien nicht barrierefrei zugänglich. Vina Yun sieht undokumentiert Arbeitende bei den Schutzmaßnahmen der Regierung, aber auch beim Thema Testungen und Impfungen nicht mitbedacht.   

Mehrsprachige Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu UNDOK
Aktuelles Statement der Anlaufstelle über Systemerhalter*innen ohne Papiere
Illustration von Petja Dimitrova

 

 

 

 

Information zur Sendereihe

Frequently Asked Questions
Das Corona-Update aus dem Freien Radio

English version below

Seit dem 16. März 2020 – dem ersten Tag des ersten Lockdowns – begleiten wir mit dieser Sendereihe durch den neuen und gesamtgesellschaftlich herausfordernden Alltag. Um die zehn Redakteur*innen gestalten mittlerweile drei Mal wöchentlich dieses halbstündige Gesprächs-Format rund um die vielseitigen gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Jede*r ist individuell davon betroffen – ob auf persönlicher oder beruflicher Ebene – das zeigt sich in der breiten Palette unserer Interview-Partner*innen. Auf Englisch und Deutsch befragen wir angefangen von Medien-, Kunst- und Kulturschaffenden, über Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen aller Altersstufen im In- und Ausland, wie es ihnen in dieser Krise geht, welche Maßnahmen sie im Umgang damit entwickelt haben, welche Forderungen sie an die Regierung stellen, aber auch welche Ängste, Sorgen, Hoffnungen und Wünsche sie derzeit haben. Neben Expert*innengesprächen finden sich Gespräche mit Betroffenen und kritischen Geistern zu selben Teilen. Wir wollen gegen Fake-News und Verschwörungsmythen rund um Covid-19, aber auch gegen autoritäre Tendenzen und Panik antreten. Es ist uns ein Anliegen, den Effekten von drastischen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und gesellschaftlicher Isolation entgegenzuwirken.

Die Sendereihe versteht sich nicht zuletzt auch als ein Archiv der Auswirkungen dieser Pandemie für die Zukunft. Im Programm finden sich neben Gesprächen fallweise auch Übernahmen anderer Freier Radios. Die Sendereihe entstand zunächst in Kooperation mit KIT Land Steiermark (Krisenintervention und Interkonfessionelle Akutbetreuung), mittlerweile besteht diese Kooperation nicht mehr. Kürzlich feierten wir die 100. Ausgabe dieses vielschichtigen Formats.

Alle Beiträge zum Nachhören im
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Campus & City Radio St. Pölten (nur dienstags)
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Radio FRO (Linz) (nur donnerstags im Kultur & Bildungskanal, außer 1. Donnerstag im Monat))



Since the 16th of March, 2020 - the first day of the first lockdown - we have been accompanying the new and socially challenging everyday life with this series of broadcasts. Three times a week around ten editors present this half-hour talk format, dealing with the multifaceted social impact of the pandemic. Everyone is individually affected by it - whether on a personal or professional level - this is reflected in the wide range of our interview partners. In English and German, we interview people working in the media, arts and culture, in the health and social professions, as well as civil society representatives of all age groups, both in Austria and abroad. We ask them how they are doing in this crisis, what measures they have developed to deal with it, what demands they are making on the government, but also what fears, worries, hopes and wishes they currently have. In addition to expert interviews, we also present talks with those most negatively affected and critical minds in equal measure. We want to oppose fake news and conspiracy myths around Covid-19, but also authoritarian tendencies and panic. It is our concern to counteract the effects of drastic restrictions on freedom of movement and social isolation.

Last but not least, the series sees itself as a Covid-19 archive for the future. In addition to talks and live conversations, the program also includes occasional re-broadcasts of other free radio stations. This format was initially created in cooperation with KIT Land Steiermark (Crisis Intervention and Interconfessional Acute Support), but this cooperation no longer exists. Recently, we celebrated the 100th edition of this multifaceted format.

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