Frequently Asked Questions

Impfneid - Impfordinationen - Risikorelationen- PK Land Stmk 16.04.2021

Sendetermin 21.04.2021 16:00 bis 16:30
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Nachrichten/Info

In dieser Sendung hören Sie Auszüge aus der wöchentlichen "Impf-Update" Pressekonferenz vom vom Land Steiermark vom 16.04. Es sprechen die Soziologin vom Institut für Soziologie an der Universität Graz Prof. Sabine Haring-Mosbacher und Dr. Alexander Moussa als impfender Hausarzt. Die Statements der Impfkoordinatoren gibt es in einer separaten Sendung, zu finden im cba.

Beim wöchentlichen „Impfupdate“ am 16.04. gab Impfkoordinator Michael Koren bekannt, dass am 15.04. bereits 200.000. Steirer:innen ihre Erstimpfung erhalten haben. „Die Impfkampagne nimmt immer mehr Fahrt auf und mit der vorgezogenen Lieferung schaffen wir noch im zweiten Quartal 600.000 Personen in der Steiermark, also mehr als die Hälfte der Wohnbevölkerung (ohne 0-16 Jahre) geimpft zu haben“, so Koren. Diese Woche seien 49.600 Impfungen erfolgt, nächste Woche werden es 42.200 sein und übernächste Woche sind rund 40.000 Impfungen geplant. Es werde schon im Laufe der nächsten Wochen gelingen, Risikopatientinnen und -patienten mit besonders hohem und mit erhöhtem Risiko mit Impfstoff (Moderna) zu versorgen. In der Kalenderwoche 18 habe man dann diese Gruppe fast vollständig mit der Erstimpfung versorgt. In der Kalenderwoche 18 (ab 3. Mai) werden zusätzlich Bildungspersonal und Personal der mobilen Pflege (7.000 Dosen), Menschen mit besonderen Bedürfnissen (2.000) und Gesundheitsberufe (5.000) geimpft. Parallel wird weiterhin die Alterspyramide von oben nach unten geimpft. „Wir rufen daher die 50 bis 65-Jährigen dazu auf, sich auf anmeldung.steiermark-impft.at zu registrieren, um das vorgegebene Ziel zu erreichen, bis Mitte des Sommers die Hälfte der Wohnbevölkerung mit Impfungen versorgen zu können“, sagt Koren. Bislang habe sich erst ein Drittel dieser Zielgruppe auf der Registrierungsplattform angemeldet.

Wolfgang Wlattnig gab zu bedenken, dass die Registrierungsplattform keine Abmeldungsplattform sei und auch nicht darauf ausgelegt ist. „Man muss ja davon ausgehen, dass, wenn man sich anmeldet, auch geimpft werden möchte und nicht in erster Linie Zeitpunkt und Impfstoff aussucht“, meinte Wlattnig. Die Maßnahme, nach zweimaligen Absagen, die Anmeldung auf „Hold“ zu stellen, sei nicht mit einer Streichung der Anmeldung verbunden. Mit der laufenden Aufstockung der Serviceline und dem Ausbau des Systems HIPPO zu einer Selbstbuchungsplattform – vorausgesetzt, man ist in seiner Altersgruppe dran – sowie der Anbindung an das E-Impfpassregister, werden laufend Verbesserungen im System vorgenommen. „Wir haben gestern allein an einem Tag in der Größe der Einwohnerzahl der Stadt Bruck an der Mur geimpft“, zeigt sich Wolfgang Wlattnig über den Fortschritt der Impfkampagne erfreut.

Harald Eitner, Verantwortlicher der Impfstraßen, präsentierte die Zahlen der erfolgten Impfungen auf den 22 Impfstraßen: 16.929 waren für diese Woche geplant und 13.000 für nächste Woche, darunter auch ein Kontingent an Zweitstichen. Mit den Impfungen erreiche man nächste Woche bereits den Jahrgang 1952. Die Bergrettung, die von der Bundesregierung in die höchste Priorität gestuft wurde, wurde mit nicht in Anspruch genommenem Impfstoff auf den Impfstraßen versorgt. Ab nächster Woche werden Mitglieder der Feuerwehren im Alter zwischen 50 und 65 Jahren für die Verwertung von allenfalls nicht genutzten Impfstoff herangezogen.

Als Gast war die Soziologin vom Institut für Soziologie an der Universität Graz Prof. Sabine Haring-Mosbacher mit dabei. Die Emotionssoziologin gab zu Bedenken, dass vorzeitig viele Erwartungshaltungen durch die Kommunikation an das Thema Impfen geknüpft wurden, die schließlich durch Lieferengpässe und damit Verzögerungen sich nicht halten ließen. Auch die teilweise Ungleichzeitigkeit in unterschiedlichen Bundesländern bzw. nun in der vorangeschrittenen Phase, wo man im Familienverband, in der Nachbarschaft Geimpfte kennt, führe zu „Impfneid“. Prof. Haring-Mosbacher empfahl die Erfolge noch mehr in den Vordergrund zu stellen, wie die Durchimpfung der Pflegewohnheime, auch vermehrt Verständnis für Emotionen zu zeigen und in der Krisenphase, in der sich die Gesellschaft befinde, auch offensichtliche Fehler zuzugeben. Das sei nicht selbstverständlich, aber eine Chance, Politik und Organisation näher und verständlicher zu machen.

Dr. Alexander Moussa war als impfender Hausarzt ein weiterer Gast beim „Impfupdate“. Die rund 1.000 Impfordinationen impfen rund zwei Drittel des gesamten Volumens an Impfungen. Dabei zeigt sich, dass es kaum Abmeldungen gäbe, wie auf den Impfstraßen z.B. wegen des Impfstoffes AstraZeneca (20 Prozent). Auch sei durch die Hausärzte die sichere Nachbeobachtung von eventuellen Impfreaktionen leicht möglich. Zu bedenken gab Dr. Moussa, dass die Relationen oft falsch eingeschätzt werden. Das Bilden von Thrombosen sei bei AstraZeneca mit 0,0004 Prozent wahrscheinlich. Bei Einnahme der Antibabypille sei das Risiko bei 0,05 bis 0,12 Prozent, bei Rauchern gar bei 0,18 Prozent. Demgegenüber steht die Möglichkeit einer COVID-Infektion, die zu 16 Prozent wahrscheinlich ist, wie eine Externe Verknüpfung Grafik von jungmediziner.net nahelegt. „Die Impfung hilft zu 100 Prozent schwere Verläufe zu verhindern, die Pandemie zu bekämpfen und ein gesellschaftliches Leben ohne Angst vor dem Virus zu ermöglichen“, so Moussa.

Die vollständige Pressekonferenz als Video gibt es hier.

Dieser Text ist ein Auszug vom Text „Aufruf an 50- bis 65-Jährige sich für eine Impfung anzumelden“ vom Medienzentrum Steiermark vom 16.04.2021.

Fotocredits Fr. Haring: © SISSI FURGLER FOTOGRAFIE

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Das Corona-Update aus dem Freien Radio

 

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Seit dem 16. März 2020 – dem ersten Tag des ersten Lockdowns – begleiten wir mit dieser Sendereihe durch den neuen und gesamtgesellschaftlich herausfordernden Alltag. Um die zehn Redakteur*innen gestalten mittlerweile drei Mal wöchentlich dieses halbstündige Gesprächs-Format rund um die vielseitigen gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Jede*r ist individuell davon betroffen – ob auf persönlicher oder beruflicher Ebene – das zeigt sich in der breiten Palette unserer Interview-Partner*innen. Auf Englisch und Deutsch befragen wir angefangen von Medien-, Kunst- und Kulturschaffenden, über Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen aller Altersstufen im In- und Ausland, wie es ihnen in dieser Krise geht, welche Maßnahmen sie im Umgang damit entwickelt haben, welche Forderungen sie an die Regierung stellen, aber auch welche Ängste, Sorgen, Hoffnungen und Wünsche sie derzeit haben. Neben Expert*innengesprächen finden sich Gespräche mit Betroffenen und kritischen Geistern zu selben Teilen. Wir wollen gegen Fake-News und Verschwörungsmythen rund um Covid-19, aber auch gegen autoritäre Tendenzen und Panik antreten. Es ist uns ein Anliegen, den Effekten von drastischen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und gesellschaftlicher Isolation entgegenzuwirken.

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