VON UNTEN

Pflege-Studierende fordern existenzsichernde Praktika | Femizide: Stopp rassistischer Ablenkung | 20 Jahre G8-Proteste in Genua

Sendetermin 22.07.2021 07:30 bis 08:00
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Nachrichten/Info

 

# Studierende im Gesundheits-/Sozialbereich fordern existenzsichernde Praktika-Bezahlung
Unter dem Hashtag #ZukunftPraktikum wird mit einer Petition und anderen Aktionen für eine existenzsichernde Bezahlung für Student*innen in Praktika im Gesundheits- und Sozialbereich gekämpft. Der Widerspruch zwischen dem Applaudieren für Systemerhalter*innen und ihren realen Arbeitsbedingungen spiegelt sich auch in der Ausbildung wider, denn diese zeigt: Tausende FH-Studierende im Gesundheits- und Sozialbereich arbeiten während ihrem Studium mehrere Monate unbezahlt. Dagegen regt sich nun langsam Widerstand.

VON UNTEN sprach mit Leokadia Grolmus, die die Petition initiiert hat und mit Karin Hinterbuchner von der ARGE Junge Pflege, die über die erschwerten Bedingungen in Pflegekräfte-Praktika während der Phase der stark überlasteten Krankenhäuser in der Pandemie berichtet.

Die Petition könnt ihr hier unterschreiben.

 

# Femizide: Stopp rassistischer Ablenkungsmanöver
Anlässlich des 15. Frauenmordes in Österreich forciert die Bundesregierung ihre Abschiebepolitik nach Afghanistan und betont, dass es zu keinem Abschiebestopp kommen soll. In ihrer Erklärung „Stopp der rassistischen Ablenkungsmanöver“ haben sich ZARA, der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser und die Asylkoordination Österreich zusammengeschlossen, und fordern, dass es bei einem Femizid zu keiner Asyldebatte kommen darf, sondern um den Gewaltschutz von Frauen und Kindern geht.

Da den meisten Betroffenen nicht auf der Straße, sondern im eigenen Haus Gewalt widerfährt, hat ANDI, der alternative Nachrichtendienst von Radio Orange, mit Irma Lechner, Leiterin von einem der vier Wiener Frauenhäusern, die Opfer häuslicher Gewalt betreuen, darüber geredet, was sich in Österreich ändern muss, um die Gewalt gegen Frauen und damit auch die Femizidrate zu senken.

 

# Ein Wendepunkt: Der Mord an Carlo Guiliani und der G8-Gipfel in Genua 2001
Am 20. Juli 2001 wurde Carlo Guiliani von einem Polizisten in Genua erschossen. Es war der erste Tag des G8-Gipfels 2001 in Genua, und schon der dritte Tag der Proteste gegen das Treffen der Staatschefs. Weit mehr als 300 000 Menschen hatten sich in die Stadt begeben um gegen den undemokratischen Charakter der Treffen, kapitalistische Ausbeutung, neoliberale Globalisierung und für die Rechte von Migrant*innen zu demonstrieren.

In Erinnerung blieben von dem G8-Gipfel nicht die Beschlüsse der Staatschefs, sondern vor allem das brutale Vorgehen der Polizei, der Mord an Carlo Guiliani und der daraus resultierenden Taktik, zukünftige Gipfel nur noch in abgelegenen Gegenden zu veranstalten, wo die Bilder vom Protest nicht das Gipfeltreffen so leicht überschatten könnten.

Radio Corax wirft einen Blick nach Genua, zurück zu den Tagen rund um den 20. Juli 2001.



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