Frequently Asked Questions

"Erste Hilfe für die Seele" - Helfen in psychischen Krisenzeiten

Sendetermin 08.10.2021 16:00 bis 16:30
K P de en
Nachrichten/Info

Heute zu Gast bei FAQ: Ines Stalzer, Sozialarbeiterin, Trainerin und Koordinatorin der Initiative "Erste Hilfe für die Seele" in der Steiermark, angesiedelt im Psychosozialen Zentrum Voitsberg.

Die Pandemie stellt uns vor eine breite Palette an Herausforderungen: Die psychische Belastung gilt als eine der direktesten negativen Folgen für viele Menschen, die steigende Zahl an Menschen mit psychischen Erkrankungen wird für Österreich laut Prognosen aber auch weit nach einem Ende der Pandemie eine enorme Belastungsprobe werden. Im Interview stellen wir daher eine recht neue Initiative vor, "Erste Hilfe für die Seele", bei der man lernen kann, wie man Menschen in akuten psychischen Notlagen besser helfen kann.

"Nichts tun ist immer falsch"

Koordinatorin und Trainerin Ines Stalzer erklärt uns den Ursprung und das Ziel dieser „Erste-Hilfe-Kurse" für psychische Notsituationen und für welche Menschen es besonders wichtig ist, solche psychosozialen Kompetenzen zu haben. Sie gibt dazu Beispiele, woran man erkennen kann, dass ein Mensch im Umfeld psychisch leidet und wann der Zeitpunkt gegeben ist, Hilfe zu holen. Dabei betont sie: Jede Krankheit hat ihre "Krise", was zum Beispiel bei Angststörungen eine Panikattacke oder bei Depression akute Suizidgefährdung oder -absicht ist. Doch auch wenn keine akute Krise droht, ermutigt sie dazu, Menschen anzusprechen, bei denen verändertes psychisches Verhalten beobachtbar ist - etwa starkes Zurückziehen, häufiges Absagen von Treffen oder andere unübliche Vermeidungsstrategien, denn: Nichts zu tun, sei immer falsch. Wie solche Gespräche geführt werden, üben die Teilnehmer*innen im Seminar "Erste Hilfe für die Seele".

Außerdem fragten wir Frau Stalzer, wie man gegen die Stigmatisierung von psychischen Krankheiten antreten kann. Neben bestehenden Tabus kommt hinzu, dass viele Krankheitsbilder von außen nicht erkennbar sind, womit das Problem in der Gesellschaft wenig sichtbar ist. Dennoch sind 25 % einmal im Leben von einer psychischen Krankheit betroffen, nur 25 % davon bekommen jedoch professionelle Hilfe und haben dadurch teils jahrelange Leidensgeschichten. Das Wissen und auch das Sprechen darüber seien die wichtigsten Punkte für einen Abbau des gesellschaftlichen Tabus rund um psychische Erkrankungen.

Das Gespräch führte Sarah Kieweg.

Mehr Infos zu den Seminaren "Erste Hilfe für die Seele" finden sich hier.

Information zur Sendereihe

Frequently Asked Questions
Das Corona-Update aus dem Freien Radio

 

English version below

Seit dem 16. März 2020 – dem ersten Tag des ersten Lockdowns – begleiten wir mit dieser Sendereihe durch den neuen und gesamtgesellschaftlich herausfordernden Alltag. Um die zehn Redakteur*innen gestalten mittlerweile drei Mal wöchentlich dieses halbstündige Gesprächs-Format rund um die vielseitigen gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Jede*r ist individuell davon betroffen – ob auf persönlicher oder beruflicher Ebene – das zeigt sich in der breiten Palette unserer Interview-Partner*innen. Auf Englisch und Deutsch befragen wir angefangen von Medien-, Kunst- und Kulturschaffenden, über Menschen in Gesundheits- und Sozialberufen bis hin zu zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen aller Altersstufen im In- und Ausland, wie es ihnen in dieser Krise geht, welche Maßnahmen sie im Umgang damit entwickelt haben, welche Forderungen sie an die Regierung stellen, aber auch welche Ängste, Sorgen, Hoffnungen und Wünsche sie derzeit haben. Neben Expert*innengesprächen finden sich Gespräche mit Betroffenen und kritischen Geistern zu selben Teilen. Wir wollen gegen Fake-News und Verschwörungsmythen rund um Covid-19, aber auch gegen autoritäre Tendenzen und Panik antreten. Es ist uns ein Anliegen, den Effekten von drastischen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und gesellschaftlicher Isolation entgegenzuwirken.

Die Sendereihe versteht sich nicht zuletzt auch als ein Archiv der Auswirkungen dieser Pandemie für die Zukunft. Im Programm finden sich neben Gesprächen fallweise auch Übernahmen anderer Freier Radios. Die Sendereihe entstand zunächst in Kooperation mit KIT Land Steiermark (Krisenintervention und Interkonfessionelle Akutbetreuung), mittlerweile besteht diese Kooperation nicht mehr.

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Since the 16th of March, 2020 - the first day of the first lockdown - we have been accompanying the new and socially challenging everyday life with this series of broadcasts. Three times a week around ten editors present this half-hour talk format, dealing with the multifaceted social impact of the pandemic. Everyone is individually affected by it - whether on a personal or professional level - this is reflected in the wide range of our interview partners. In English and German, we interview people working in the media, arts and culture, in the health and social professions, as well as civil society representatives of all age groups, both in Austria and abroad. We ask them how they are doing in this crisis, what measures they have developed to deal with it, what demands they are making on the government, but also what fears, worries, hopes and wishes they currently have. In addition to expert interviews, we also present talks with those most negatively affected and critical minds in equal measure. We want to oppose fake news and conspiracy myths around Covid-19, but also authoritarian tendencies and panic. It is our concern to counteract the effects of drastic restrictions on freedom of movement and social isolation.

Last but not least, the series sees itself as a Covid-19 archive for the future. In addition to talks and live conversations, the program also includes occasional re-broadcasts of other free radio stations. This format was initially created in cooperation with KIT Land Steiermark (Crisis Intervention and Interconfessional Acute Support), but this cooperation no longer exists.

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