Das wilde Denken – Kulturanthropologische Gespräche

Über das Verständnis von Arbeit: Alternativen zur klassischen Erwerbsarbeit. Mit Silvia Weißengruber. Kulturanthropol. Gespr. 3

Sendetermin 13.08.2013 18:00 bis 19:00
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Talk/Diskurs

Lohnvertragsarbeit ist ein wesentlicher Faktor im Leben der meisten Menschen. Sie nimmt einen großen Teil der verfügbaren Lebenszeit in Anspruch und hat eine überragende identitätsstiftende, gesellschaftliche Funktion.

In ihrer Diplomarbeit "Arbeiten oder Nicht-Sein – das ist hier die Frage. Das gelebte Verständnis von Arbeit und Sein zwischen Systemkritik und Systemanpassung" nimmt Silvia Weißengruber Lebensweisen von AkteurInnen in den Fokus, welche aus einer ideologischen, widerständigen Haltung heraus den Anteil der Lohnvertragsarbeit in ihrem Leben reduzieren, um anderen Tätigkeiten nachzugehen. Man könnte sie "AussteigerInnen" nennen, doch kehren die vier (bzw. fünf) AkteurInnen der Gesellschaft keineswegs den Rücken, sondern versuchen aktiv das Leben "außen" (oder "innen"), sprich, die Gesellschaft zu verändern. Silvia Weißengruber nennt sie PionierInnen eines neuen Arbeitsethos, welche im Spannungsfeld zwischen Systemkritik und Systemanpassung leben. Immer wieder prallt ihre innere ideologische Überzeugung auf einen jahrzehntelang eingelernten Arbeitsethos und auf ein verständnisloses Umfeld.

In ihrer reflexiven Analyse macht Silvia Weißengruber weitreichende Überlegungen zum Verständnis von Arbeit und Arbeitslosigkeit, zur Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, zu den Paradoxien des neoliberalen Arbeitsethos und vielem mehr.

 

Zu hören gibt es heute die erste Stunde der zweistündigen Spezialsendung, welche eine Kooperation von Pensée Sauvage / Das wilde Denken und In Graz Verstrickt ist und anlässlich des Themenschwerpunkts Arbeit Klasse Kampf von Radio Helsinki produziert wurde. Die gesamte Sendung kann unter http://cba.fro.at/109493 nachgehört werden.

 

Information zur Sendereihe

Das wilde Denken – Kulturanthropologische Gespräche
Mit Robin und Ruth

Die Kulturanthropologie erforscht kulturelle Prozesse mit einem Fokus auf die Perspektive der Akteurinnen und Akteure. Unter Kultur versteht sie „The whole way of life“, sie erforscht die Lebensweise von Menschen und ergründet Bedeutungen und Zusammenhänge.

In Das wilde Denken sprechen Ruth Eggel und Robin Klengel mit jungen Wissenschaftstreibenden vom Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Uni Graz über ihre aktuelle Forschung. Diskutiert werden Kulturanalysen zwischen Facebook und Ich-AG, Swingerclub und Wartezimmer, Prekarisierung und Selbstverwirklichung.

 

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