Das wilde Denken – Kulturanthropologische Gespräche

WH: Öffentlicher Raum als Ordnungsvision. Ethnographie eines Flussentwicklungsprojekts in Ahmedabad, Indien. Mit Robin Klengel

Sendetermin 17.07.2017 06:30 bis 07:30
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Talk/Diskurs

Die Sabarmati Riverfront ist ein umstrittenes Flussentwicklungsprojekt in der indischen Metropole Ahmedabad. Über einen Abschnitt von 10 KM wurden etwa 50.000 SlumbewohnerInnen abgesiedelt, um ein öffentliches Naherholungsgebiet im Zentrum der Stadt zu schaffen. Auffällig ist dabei, dass die neu geschaffenen, formal öffentlichen Räume den prämissen einer Sauberkeits- und Ordentlichkeits-Vision unterliegen: abgeschirmt mit Mauern und Zähnen und unter ständiger Kontrolle von Sicherheitsleuten etabliert sich ein Raum, der bewusst "anders" sein soll, als der umliegende Stadtraum.

Robin Klengel hat diese neu entstandenen Räume im Rahmen seiner Masterarbeit "Meanings of a Cleaned Up Space. Negotiations of the Urban Order at the Sabarmati Riverfront in Ahmedabad, India" ethnographisch erforscht. Dabei beobachtete auch zahlreiche widerständige Handlungen und Nutzungweisen, die die munofunktionelle Ausrichtung des neu entstandenen Raumes unterlaufen und ihn zu einem ambitalenten Möglichkeitsraum machen.

Information zur Sendereihe

Das wilde Denken – Kulturanthropologische Gespräche
Mit Robin und Ruth

Die Kulturanthropologie erforscht kulturelle Prozesse mit einem Fokus auf die Perspektive der Akteurinnen und Akteure. Unter Kultur versteht sie „The whole way of life“, sie erforscht die Lebensweise von Menschen und ergründet Bedeutungen und Zusammenhänge.

In Das wilde Denken sprechen Ruth Eggel und Robin Klengel mit jungen Wissenschaftstreibenden vom Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Uni Graz über ihre aktuelle Forschung. Diskutiert werden Kulturanalysen zwischen Facebook und Ich-AG, Swingerclub und Wartezimmer, Prekarisierung und Selbstverwirklichung.

 

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