Das rote Mikro

Gerschon Schoffmann, Chronist einer vergangenen Zeit

Sendetermin 06.05.2017 11:00 bis 12:00
K de
Literatur

Eine Entdeckung wert ist der Erzählband des hebräischen Autors Gerschon Schoffmann (1880-1972), der jetzt im Literaturverlag Droschl erschienen ist. Es ist die erste Sammlung von Schoffmanns Prosaminiaturen in deutscher Übersetzung.

 

Gerschon Schoffmann kam aus dem Zarenreich über Galizien und Wien nach Graz und lebte hier, bis er 1938 vor den Nazis nach Palästina floh. Er schrieb von Anfang an auf Hebräisch: meist kurze Geschichten über die Kindheit in der russischen Provinz, die verlorene Heimat, die Bedrohung durch verschiedene Kriege, das Elend der Soldaten, Verwundeten und Deserteure, das Leben in der Fremde, Einsamkeit, Armut, den immer tödlicher organisierten Antisemitismus.

 

Schoffmann komponiert kleine Alltagsepisoden, skizziert Eindrücke, die in ihrer komprimierten Form aber gesellschaftliche Verhältnisse deutlich machen. Das Großartige an ihnen: Scheinen sie auch leicht und angedeutet, so hinterlassen sie doch eine bleibende Erkenntnis beim Leser.“ (Carsten Hueck, Deutschlandradio) 


Ausschnitte aus der Buchpräsentation im Literaturhaus Graz sind in dieser Sendung zu hören. Einleitung und Gespräch: Gerald Lamprecht (CJS Uni Graz) und Gerhard Langer  (Judaistik Uni Wien), Lesung: Franz Solar.   

 

Buch: Gerschon Schoffmann: „nicht für immer“, Erzählungen“, aus dem Hebräischen von Ruth Achlama, hgg von Gerald Lamprecht, Literaturverlag Droschl 2017.  Rezension von Peter Pisa im Kurier, 09.02.2017


 

 

 

Information zur Sendereihe

Das rote Mikro
Die wöchentliche Literatur-Schiene bei Radio Helsinki

In "Das rote Mikro" bringt Barbara Belic akustische Portraits von renommierten und aufstrebenden AutorInnen und MusikerInnen; fallweise bearbeitete Lesungsmitschnitte. Der Schwerpunkt liegt auf KünstlerInnen, die aus der Steiermark stammen, hier studiert haben oder in einem steirischen Verlag bzw Label veröffentlichen.

 

Barbara Belic


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