Das rote Mikro

Schwerpunkt 16 Tage: Erbsenzähler und eine schweigende Königin

Sendung am 09.12.2017 11:00 bis 12:00
K

Hörspiel/Literatur

Von Gertraud Klemm und Laura Freudenthaler sind in diesem Herbst im Literaturverlag Droschl neue Romane erschienen. Beide Autorinnen haben ihre Bücher im Literaturhaus Graz vorgestellt. Ausschnitte aus den Lesungen sind in der Sendung zu hören.

Gertraud Klemm, geb. 1971 in Wien, erzählt scharfzüngig, zuweilen bitterböse, aber immer auch humorvoll von den Zuständen unserer Gesellschaft. Im jüngsten Roman „Erbsenzählen“ stellt sich Annika, die 30-jährige Ich-Erzählerin, die Frage, wie man in einer von Regeln und Normen bestimmten Welt frei leben kann. Annika weiß ziemlich genau, wie sie nicht leben will, aber wie ein gutes Leben für sie aussehen könnte, weiß sie nicht. Sie hat einen Freund, der doppelt so alt ist wie sie, und sieht sich in einer Falle ökonomischer und emotionaler Abhängigkeit, die sie sich selbst gestellt hat. - Dass der Roman trotz des ernsten Hintergrundes eine vergnügliche Lektüre ist, wissen Leserinnen und Kritiker zu schätzen.

  • „Erbsenzählen glänzt mit satirischen und selbstironischen Elementen, verbindet Humor mit Formulierungskunst, ist originell, ohne aufdringlich zu sein.“ (Salzburger Nachrichten)  +  „Klemm nimmt sich kein Blatt vor den Mund, zerlegt unbarmherzig alle Beziehungsformen und manchmal tut es schon weh, wie genau die Autorin hinschaut. Aber es macht riesigen Spaß.“ (Hartliebs Büchermagazin)


Laura Freudenthaler, geb. 1984 in Salzburg, hat nach einem Erzählband jetzt ihren ersten Roman veröffentlicht: „Die Königin schweigt“. - Die Königin ist Fanny, eine Frau, die im Laufe ihres langen Lebens viel Schlimmes erfahren hat: Der geliebte Bruder ist nicht aus dem Krieg heimgekommen, der Ehemann jung gestorben und zuletzt hat Fanny auch den Sohn verloren. Alle Verluste hat Fanny mit Haltung ertragen, sich aber geweigert darüber zu sprechen. - Von der Kritik erntete Laura Freudenthaler für ihren Roman viel Lob.

  • „Das erwartet man nicht unbedingt von einer jungen Autorin: die Geschichte einer alten Frau, die auf ihr Leben zurückblickt, nicht erinnerungsselig, sondern widerstrebend, weil sie mit den Toten nichts zu tun haben will. Und erst recht erwartet man von einer jungen Autorin nicht, daß sie von diesem Leben auf eine Art erzählt, die man nicht anders als weise nennen kann“. (Daniela Strigl / O-Töne)  +  „Jedes Kapitel, jeder Absatz – ja, jedes Wort hinterlässt eine Druckstelle. Man nimmt Fanny immer mehr als das wahr, was sie ist: Eine Frau, die sich durch ihr Schweigen ihre Würde bewahren will.“ (Literaturhaus Wien)


Musik: Studio Percussion „braca“, extraplatte 1997 + Arnottodrom, nanomusic france 2007 + Lukas Lauermann „how i remember…“ col legno 2017 + Arnotto „the cyklop and i“, cristal rec./harmonia mundi 2011

 

 

 

Die wöchentliche Literatur-Schiene bei Radio Helsinki

In "Das rote Mikro" bringt Barbara Belic akustische Portraits von renommierten und aufstrebenden AutorInnen und MusikerInnen; fallweise bearbeitete Lesungsmitschnitte. Der Schwerpunkt liegt auf KünstlerInnen, die aus der Steiermark stammen, hier studiert haben oder in einem steirischen Verlag bzw Label veröffentlichen.

 

Barbara Belic

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