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Squatopia Teil 1 – Eine Geschichte von autonomen Zentren und Hausbesetzungen

Sendetermin 08.08.2018 17:00 bis 17:30
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Nachrichten/Info

Sie heißen Reitschule, KuZeB, Rote Flora oder Türkis Rosa Lila Villa. Sie stehen in Kleinstädten wie Bern und Bremgarten oder in Millionenstädten wie Hamburg und Wien. Autonome Zentren, die aus Hausbesetzungen – aus Squats - entstanden sind. Das Projekt «Squatopia» nimmt eine Auswahl dieser Häuser unter die Lupe und gibt einen Blick hinter die versprayten Fassaden. Rund 40 Aktivist*innen und Stadtforscher*innen diskutieren in «Squatopia» über Themen wie Basisdemokratie, Selbstverwaltung, Lohnarbeit, Selbstausbeutung, Neoliberalismus, Globalisierung, Stadtmarketing und Gentrifizierung.
Michael Spahr und Giorgio Andreoli porträtieren verschiedene autonome Zentren in der Schweiz, in Deutschland und Österreich, die aus Hausbesetzungen entstanden sind, nach Jahrzehnten immer noch existieren und gehen auf Spurensuche. Eine fünfteilige Sendereihe von Radio Rabe aus Bern.

Heute hört ihr den ersten Teil: eine Einführung.

Im kapitalistischen System, das auf Eigentum und bezahlter Lohnarbeit beruht, sind sie quasi Oasen. Seit rund 50 Jahren sind Besetzungen von leerstehenden Häusern, Industriebrachen und ungenutzten Plätzen ein wichtiges politisches Kampfmittel. Damit wird einerseits ein Zeichen gesetzt gegen Immobilien- und Bodenspekulation. Vielerorts ist es den Besetzenden gelungen, den Besitzenden sinnlos leerstehende Gebäude abzuluchsen. Andererseits sind die selbstverwalteten oder autonomen Zentren, die in diesen Freiräumen entstanden sind, wichtige Orte geworden, um Utopien in die Realität umzusetzen – oder es wenigstens zu probieren.
Gemeinschaftliches Wohnen wird praktiziert. Alternative Kultur erhält einen Raum. Politische und gesellschaftskritische soziale Bewegungen finden eine gemeinsame Basis. Das Recht auf Stadt wird erfolgreich eingefordert. Es gibt keinen Lohn oder einen kleinen Einheitslohn. Entschieden wird basisdemokratisch – im Konsens.
In vielen Medien werden diese autonome Zentren als Hort von Krawall und linksradikaler Gewalt beschrieben. Oder sie werden porträtiert als nette Kulturhäuser, wo schräge Musik läuft, wo gekifft werden darf und das Bier nur wenig kostet. Wir zeigen, es steckt weitaus mehr dahinter.
Die Blüte der Hausbesetzungsbewegung war in den 1980er-Jahren, als bewegte Jugendliche und Junggebliebene genug hatten von den ewigen Diskussionen der 68er und konkret zur Tat schreiten wollten. „Wir wollen alles jetzt – subito“ war das Motto. Und heute – Jahrzehnte später – können wir aufzeigen, alles wurde zwar nicht erreicht, aber vieles.

 

 

 

Information zur Sendereihe

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