Eigenklang

Eigenklang 09-2020 – Music in the Experience of Forced Migration

Sendung am 20.10.2020 08:30 bis 09:30
Ö U K V

Musiksendung

Eigenklang im Interview mit Ioannis Christidis

Im Zentrum des heutigen Beitrags steht die Arbeit von Ioannis Christidis. Er ist Doktorand und Mitarbeiter am Music and Minorities Research Center an der mdw. Christidis, der bereits im Januar einen Beitrag für Eigenklang zum Instrument Oud in Wien gestaltete, arbeitet zu syrischen Geflüchteten in Thessaloniki, Wien und anderen Orten Europas. Christidis Thema hat den Arbeitstitel: „music in the experience of forced migration from Syria to European borderlands”. In seinem zweiten Studium spezialisierte sich Christidis auf traditionelle griechische Musik. Er verbesserte hier nicht nur seine Fähigkeiten im Oud spielen, sondern lernte auch die Methoden der Ethnomusicology kennen, die ihn nach Wien zu Ursula Hemetek ans Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie brachten. Denn die Angewandte Ethnomusikologie bietet die Möglichkeit Forschung und Aktivismus zu verbinden. Wie so eine Forschung aussehen könnte, erläutert das Interview mit Christidis in diesem Beitrag.

Prägend für seine neue Ausrichtung waren die Ereignisse in 2015 und 2016, als die EU Außengrenzen und die Balkanroute geschlossen wurden. Die Situation vieler tausend Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, hatte Christidis in Griechenland hautnah miterlebt. Die Flüchtlinge wurden an der griechisch-mazedonischen Grenze gestoppt und dazu gezwungen in minderwertigen Camps am Rande von Thessaloniki zu bleiben. Christidis engagierte sich zu der Zeit in lokalen Initiativen für die Flüchtlinge. Dabei bemerkte er, dass trotz der erbärmlichen Verhältnisse, in denen die Flüchtlinge leben mussten, immer Musik präsent war. Christidis began die Musik aufzunehmen und zum Forschungsgegenstand zu machen.

Im folgenden Beitrag hören sie primär Fieldrecordings von Christidis aus Flüchtlingslagern bei Thessaloniki von 2016, hier musizieren Geflüchtete um ihren Protest hörbar zu machen. Wir hören auch Volksmusik und Popmusik, die für die Flüchtlinge bedeutungsvoll ist sowie Exzerpte aus Nachrichten Berichten oder Dokumentationen von musikwissenschaftlichen Projekten zu Musik und Flucht.

Institut für Volksmusikforschung der Universität Wien

Das Institut für Volksmusikforschung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien beschäftigt sich primär mit Volksmusik im weitesten Sinn des Wortes, also mit einer unglaublichen Vielfalt von regionalen und ethnischen Stilen - authentisch, virtuos, berührend und faszinierend. Musik ist über das Medium Radio transportierbar. Warum also nicht eine Sendung aus unserem Institut? Das Institut forscht, lehrt und publiziert. Die Ergebnisse der Forschung sollen über die Fachkreise hinaus einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden, insbesondere weil sie gesellschaftspolitisch relevant sind. Traditionelle Musik wird in verschiedensten Zusammenhängen als "Lebensmittel" gebraucht, sie ist von großer Bedeutung für Identität, Ethnizität, regionales Bewusstsein. Deshalb eine Radiosendung, in der Forschungsinhalte in leicht nachvollziehbarer Form präsentiert werden. Auch unsere Student_innen sind eingebunden. Sie heißt "Eigenklang", weil es immer um musikalische Ausdrucksformen eines "Eigenen" geht, weil dies die besondere Qualität von traditioneller Musik ist. Es geht dabei um eine große Vielfalt der verschiedenen "Eigenheiten".

Moderation: Stephan Hametner, Gregor A. Grömmer
Inhalte/Gestaltung: Institut für Volksmusikforschung (Dr.in Ursula Hemetek, Bianca Ludewig)

Institut für Volksmusikforschung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Email: volksmusik@mdw.ac.at
Website: http://www.mdw.ac.at/ive

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