VON UNTEN

WH: Mehr Massengräber in Liebenau? | Regierungschefin in Slowenien tritt zurück | 50 Jahre Gastarbeit in Ö | Queer-Fem News

Sendung am 07.05.2014 07:30 bis 08:00
K P

Nachrichten/Info

Wiederholung der Sendung von Dienstag

Die heutigen Meldungen:

Neue Massengräber in Liebenau? Neue Funde deuten darauf hin, doch die Stadt scheint dem nicht nachgehen zu wollen.

Regierungschefin in Slowenien tritt zurück - Wir haben mit unserem Partnerradio in Ljubljana über die politische Lage gesprochen


Nach den Meldungen hören wir die aktuellen Queer-Fem News.

 

Außerdem: Morgen findet in Graz eine Tagung zum Thema 50 Jahre Arbeitsmigration aus der Türkei statt. Wir haben mit Ali Özbas vom Verein JUKUS über das Thema gesprochen.

 


Meldungen:

weigert sich die grazer politik die ns-geschichte der stadt aufzuarbeiten?


neue funde deuten darauf hin, dass in liebenau mehr zwangsarbeiter*innen ermordet wurden als bisher angenommen. der arzt rainer possert hat hinweise dafür gefunden, dass sich unter bebautem gebiet in liebenau bisher unbekannte massengräber befinden. Das berichtet die Tageszeitung der Standard.

niemand in der stadt zeige interesse daran zu untersuchen, ob es tatsächlich weitere massengräber in liebenau gäbe, sagt rainer possert in einem standard-artikel. nachdem patient*innen ihm erzählt hätten, dass sie nach dem krieg in dem gebiet beim spielen auf leichenteile gestoßen wären, habe der arzt rainer possert selbst nachgeforscht. dabei hat er luftaufnahmen aus dem jahr 1945 gefunden, die auf weitere massengräber hindeuten. bis jetzt habe aber niemand in der stadt interesse gezeigt, den hinweisen nachzugehen.

PAUSE

erst seit wenigen jahren wird offen über das lager liebenau gesprochen. direkt neben der mur stand dieses lager während des nationalsozialismus. im laufe des kriegs wurde es eine zwischenstation für ungarische jüdinnen und juden, die durch die steiermark getrieben wurden. der historiker heimo halbrainer über das schicksal dieser jüdinnen und juden:

HALBRAINER 1


fünfzig ermordete jüdinnen und juden sind also nach dem krieg aus den massengräbern herausgeholt worden. doch wie viele weitere ermordete befinden sich vielleicht unter dem wohngebiet in liebenau? von unten wird das thema weiter verfolgen.


BREAK 1_JAZZ

Gestern ist die slowenische Ministerpräsidentin Alenka Bratusek zurückgetreten. Nach nur einem Jahr werden nun in Slowenien wieder Neuwahlen ausgerufen.
Mataj Jankovic vom unabhängigen Radio Student in Ljubljana sieht in diesem Rücktritt einen neuen Teifpunkt in der Slowenischen Politik:

MATEJ_BOTTOM

Die Ministerpräsidentin Bratusek ist deshalb zurückgetreten, weil sie die Wahl zur Obfrau ihrer Partei Positives Slowenien letzte Woche verloren hat. Gewonnen hat Zoran Jankuvic, ehemaliger Manager der Handelskette Mercator und Bürgermeister von Ljubljana. Er ist für die Koalitionspartner*innen untragbar, weshalb nun neu gewählt werden muss.

Mataj Jankovic von Radio Student meint, es würde auch nach den Wahlen keine großen Veränderungen im Land zu erwarten sein - egal ob sie noch vor dem Sommer oder im Herbst stattfinden. Alle, die es in die Regierung schaffen könnten betreiben die gleiche neoliberale Politik.

MATEJ_SAMEPOLITICS

Diese Neoliberale Politik hat auch vor ca. einem Jahr die Menschen auf die Straße gebracht. Der korrupte Mariborer Bürgermeister Franc Kangler musste daraufhin zurücktreten. Und auch im Rest Sloweniens kam die politische Elite unter Druck.

MATEJ_New Protest

Matej Jankovic von Radio Student ist sich unsicher darüber was es braucht, damit die Menschen in Slowenien wie vor einem Jahr auf die Straße gehen. Eine neue Welle sei aber dennoch früher oder später zu erwarten.


Queer-Fem News

 

„Kleidung darf keine Menschenleben kosten!“

Nun ist es bereits ein Jahr her, dass beim Einsturz des Gebäudekomplexes Rana Plaza in Bangladesch, wo in fünf Fabriken für den internationalen Modemarkt produziert wurde, 1.138 Menschen ums Leben kamen. 40 Millionen US-Dollar sind nötig, um alle Betroffenen für ihre Einkommensverluste und medizinischen Kosten finanziell zu entschädigen, errechnete die Internationalen Arbeitsorganisation.
„Es fehlen noch immer 25 Millionen US-Dollar für die angemessene Entschädigung aller Opfer. Die 29 mit Rana Plaza in Verbindung gebrachten Bekleidungsmarken erzielen gemeinsam Gewinne von weit über 22 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Nun sind sie aufgefordert weniger als 0,2 Prozent, umgerechnet alle gemeinsam nur rund 30 Millionen Euro dieser Gewinne für die Menschen auszugeben, auf deren Arbeit sie ihren Gewinn bauen,“ zeigt sich Michaela Königshofer, Leiterin der Clean Clothes Kampagne, empört.
Ausständig sind Beiträge  u.a. von dem italienischen Unternehmen Benetton sowie den deutschen Unternehmen NKD und Adler Modemärkte.

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Der österreichische Kaberettist Alf Poier äußerte sich mit transphoben und homophoben Aussagen in der Tiroler Tageszeitung
So meinte er: "Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest.“  und
adressierte damit die Perfomace-Künstlerin Conchita Wurst, die österreichische Vertreterin beim Songcontest teilnimmt. Weiters sprach er über eine
"verschwulten Zumpferl-Romantik" mit der er nichts anfangen könne und dass die eigene Sexuelle Orientierung nicht ständig an die große Glocke gehängt werden müsse.
Derartige Aussagen haben nichts mit Provokation oder Medienheischerei zu tun, sondern sind schlicht Menschenverachtend und diskriminierend.

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Kampf um Geburtenstation in Voitsberg

Nachdem die Station 2012 im Zuge von Sparmaßnahmen geschlossen wurde, setzt sich nun der Verein "Schützt kleines Leben" für die Wiederinbetriebnahme der Geburtenstation in Voitsberg ein. Als Gründe für die Schließung wird von zuständigen Politiker_innen und auch Ärzten mittlerweile Qualitätssicherung angegeben. Das obwohl die Geburtenstation Voitsberg einen sehr guten Ruf hatte und die Sterblichkeitsrate geringer als in vergleichebaren Stationen war. Die langen Anfahrtzeiten zu den nächstgelegenen Krankenhäusern, die bis zu eine Stunde dauern, sind nur einer von vielen Gründen, die der Verein "Schützt kleines Leben" für einen Erhalt der Geburtenstation in einem offenen Brief an Bundespolitiker*innen anführt.


Die Initiative stößt in der Region auf breiten Zuspruch. Bereits 12.000 Unterschriften wurden gesammelt. Die Initiative fordert nun, dass die Politik auf die Bedürfnisse der Menschen im Bezirk entsprechend reagiert: "Wir akzeptieren nicht immer, was uns die Politik „vorsetzt“. Es wäre an der Zeit, seitens der Politik umzudenken!"

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Jetzt gibts noch ein paar Veranstaltungshinweise aus der QueerFemNews-Redaktion:


Für alle, die heute Abend noch nichts vorhaben:

Um 19 Uhr präsentiert das Referat für feministische Politik der ÖH Graz den Film "man for a day". Die Performancekünstlerin Diano Torr zeigt anhand von Experimenten, wie es ist, ein Mann zu sein und dass es nicht wirklich der Körper ist, der Männer und Frauen unterscheidet - sondern eher das gelernte Auftreten und die eingeübten Rollen. Filmemacherin Katarina Peters hat die Teilnehmerinnen des Workshops bei diesem Experiment begleitet.
Gezeigt wird der Film HS 15.05 im Bauteil F des ReSowi-Gebäudes. Start ist um 19 Uhr.

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Kinder- und Jugendliteratur jenseits von Geschlechterklischees

Zu diesem Thema findet am Mittwoch, 7.Mai in der Feministischen Bibliothek des Frauenservice ein Vortrag von Mag.a Renate Tanzberger statt. Die Obfrau des Vereins zur Erarbeitung feministischer Erziehungs- und Unterrichtsmodelle spricht darüber, wie Kinder- und Jugendliteratur einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung von Geschlechterkonzepten leisten kann.
Die vorgestellten Bücher sind auch in der Bibliothek zur Ausleihe erhältlich. Ausserdem ist die Buchhandlung Büchersegler mit einem Büchertisch vor Ort.
Der Vortrag findet also am Mittwoch 7.Mai um 18 Uhr in der Bibliothek des Frauenservice, am Lendplatz 38 statt. Die Veranstaltung ist kostenlos und für alle offen!

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Das Frauenservice Graz feiert heuer ihr 30 Jähriges bestehen. Im Rahmen des Lendwirbel gibt es daher am Freitag, den 9. Mai einen Tag der offenen Tür von 9-14 Uhr.
Alle Interessieren können sich übers Frauenservice, deren Beratungsangebot, Aktivitäten und Räume informieren. Im Herbst wird das Jubiläum mit einer großen Feier beganngen. DIe QFN werden natürlich darüber berichten.

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Uni Kunterbunt. Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt!

Die Queer Referate der ÖHs der KarlFranzens Uni und der TU laden zum Queer Unifest am Freitag, 9.Mai im Hauptgebäude der KF-Universität. Neben einer Travestie-Show der GRAZien gibts Musik von DJane S.Stereo. Los gehts um 21 Uhr.

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"The first gay pride was a riot!"
Als Aufstand 1969 in New York begonnen, wurde die Schwulen- und Lesbenparade, Gay Pride, Parade oder Regenbogenparade mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung gegen Diskriminierung. In Graz präsentiert das Queerograd beim Lenbdwirbel: Die Queer Parade!
Am Samstag, 10.5., startet die Parade, erkenntlich durch eine Regenbogenfahne, jeweils um 15, 16, 17 und 18 Uhr vorm Eingang der Mariahilferkirche. Du kannst sie aus der Ferne betrachten, ihr zuschauen, ihr zujubeln, dich ihr nähern und sogar ein Teil von ihr werden.

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Im Rahmen des Lendwirbels gibts am Samstag 10.5. die 12.Ausgabe von Grrrls Night Out. Diese Veranstaltungsreihe wird seit 2009 vom Kulturverein Grrls organisiert, mit dem Hintergrund , Musikerinnen mit ihren Bands sichtbar zu machen und die Musikerinnenquote im Gesamten zu heben.
Um 17 Uhr gehts los mit den Konzerten von Anna&die Luftschiffer sowie Perlen für die Säue am Hier ist Platz-Platz. Ab 22 Uhr gehts weiter im Scherbenkeller mit Le Toy und DJane Lizdisaster. Ausserdem wird ein fahrbarer Info-Stand während des gesamten Lendwirbels unterwegs sein.

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I'm a feminist and I like it - Ladyfest in Graz!

Vom 16. bis zum 18.Mai organisiert das Ladyfest-Plenum Workshops, Lesungen, Filme, sowie Konzerte und Djanes. 
Bevor wir zum näheren Programm kommen - Was ist eigentlich ein Ladyfest?
Ladyfeste wollen gesellschaftliche Hierarchien und Machtpositionen aufbrechen, im Musik- und Kunstbereich Raum für Frauen, Trans und Queer-Personen schaffen und Antidiskriminierungs-Konzepte vorantreiben.

Im Programm finden sich z.B. Workshops zu Einführung in Fessel-Praktiken, Antifeminismus und Männerbündelei oder Critical Whiteness. Am Abend gibts Musik u.a. von Zdrada Palki, Butcher Babes und Me and Jane Doe. Außerdem liest Denise Bourbon aus ihrem Buch "Cheers! Stories of a fabulous queer femme in action" und die Herausgeberinnen von "Liebe, Macht und Abenteier - neue Frauenbewegung in Wien stellen das Buch in einer Performacne-Lecture vor.
Die Veranstaltungen finden im Spektral und im SUb statt. Das genaue Programm sowie mehr Infos findet ihr auf der Ladyfest-Website ladyfestgraz.wordpress.com.

Das Nachrichtenmagazin auf Radio Helsinki

Mi: 17:00-18:00 Uhr Aktuelle Beiträge der VON UNTEN Redaktion.

Wiederholungen:
Do: 07:30-08:00 Uhr und 12:00-13:00 Uhr VON UNTEN Wiederholung vom Vortag.

Die VON UNTEN Beiträge zum Nachhören findest du auf dem Cultural Broadcasting Archive unter: http://cba.fro.at/series/2653

 

Email: vonunten@helsinki.at

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WH: Klimavolksbegehren | Räumungen in Athen. Exarchia und Geflüchtetenpolitik
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Jeux on Air

Jeux zum Thema Klimawandel
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    19.09. 19:00 - 20:00

c/o

Stimmen junger Afghan*innen in Graz [c/o Barobax]
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    19.09. 23:00 - 00:00

SonorVox

SonorVox 47 - Release-Show Igel vs. Shark / For the Oceans 21.9. / Rise Up Festival 2019 / Schattenwelt Festival V 2019
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    20.09. 11:00 - 12:00

Widewidewitt

nicotine girl
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    20.09. 17:30 - 18:00

morgen

Leben in der Arche
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Literare e Musica

Marina R. Soral, Victor Ashton
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Das rote Mikro

Georg Gratzer & Klemens Bittmann: Telemannia
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Club Station

Classic Trance vs. Techno vs. Hardcore
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    22.09. 17:00 - 18:00

Trans*genderradio

WH: Deutsch-deutsche Geschichte Queerer Bewegungen seit Stonewall: Ausstellung 'Love At First Fight!'
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Das rote Mikro

Singer/Songwriter mit Gambe: Georg Kroneis
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    24.09. 14:00 - 15:00

Probebühne

Blind Date - Das etwas andere Musik-Magazin
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Die Radiokometen - Wir sind Radio!

Herbst
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    25.09. 14:30 - 15:00

literadio on air

WH Winfried Wolf: Mit dem Elektroauto in die Sackgasse
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    25.09. 19:00 - 20:00

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Wenn Roboter entscheiden, wer, wann von KI getötet wird
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