Das wilde Denken – Kulturanthropologische Gespräche
Prekäre Kunst: Künstlerinnen zwischen Selbstzwang und Muße. Mit Katharina Maya.
Sendetermin 16.12.2013 06:00 bis 07:00Im Kontrast zu klassischen, fordistisch-geprägten Bildern von Arbeit ist der Beruf der Künstlerin von einem sehr hohen Maß an Selbstbestimmtheit geprägt. Dennoch entspricht der Künstlerinnen-Alltag nicht unbedingt dem Klischee des langschlafenden und permanent müßiggehenden Künstlers: Oftmals ist der Alltag von Künstlerinnen geprägt von fixen Stundenplänen, Stress und einem Arbeitspensum jenseits der 40-Stunden Woche.
Katharina Maya erforscht in ihrer BA-Arbeit "„Arbeit“, „Kunst“, „Werte“. Immaterielle Güter in einer Leistungsgesellschaft am Beispiel der Lebenswelt zweier Künstlerinnen", was Künstlerinnen alles in Kauf nehmen, um ihrer selbstbestimmten Tätigkeit nachzugehen und welche Strategien sie entwickeln, um sich (notwendige) Zeiten der Muße zu erkämpfen. Dabei Stellen sich grundsätzliche Fragen zu den Begriffen "Arbeit", "Leistung" und gesellschaftlichem "Wert".
Information zur Sendereihe
Die Kulturanthropologie erforscht kulturelle Prozesse mit einem Fokus auf die Perspektive der Akteurinnen und Akteure. Unter Kultur versteht sie „The whole way of life“, sie erforscht die Lebensweise von Menschen und ergründet Bedeutungen und Zusammenhänge.
In Das wilde Denken sprechen Ruth Eggel und Robin Klengel mit jungen Wissenschaftstreibenden vom Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Uni Graz über ihre aktuelle Forschung. Diskutiert werden Kulturanalysen zwischen Facebook und Ich-AG, Swingerclub und Wartezimmer, Prekarisierung und Selbstverwirklichung.