VON UNTEN im Gespräch

Der Globale Süden im Zweiten Weltkrieg

Sendung am 15.06.2020 17:00 bis 18:00
L P

Nachrichten/Info

Bei VON UNTEN im Gespräch hört ihr heute die Juni-Ausgabe von südnordfunk, die Sendung der nordsüdpolitischen Zeitschrift iz3w, zu hören bei Radio Dreyeckland.

Das Thema: Der Globale Süden im Zweiten Weltkrieg

Der Südnordfunk vom Juni 2020 erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren und an das Schicksal von Kolonialsoldaten, denen nach der Niederschlagung des Naziregimes jede Anerkennung und teilweise auch ihre Entlohnung verweigert wurde. Die Beiträge befassen sich mit dem unbeabsichtigten Kriegseintritt Indiens, einem Massaker an senegalesischen Kolonialsoldaten und der Ausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg".

"Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" - Wanderausstellung
Kolonialsoldaten aus den Maghrebstaaten hatten im April 1945 einen wesentlichen Anteil an der Befreiung Badens vom Nationalsozialismus. Soldaten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika kämpften im Zweiten Weltkrieg gegen den deutschen und italienischen Faschismus und den japanischen Großmachtswahn. Teils freiwillig, teils mit Gewalt wurden diese Kolonialsoldaten von den Alliieerten einberufen. Aber auch die faschistischen Achsenmächte rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter.
Ein Gespräch mit Karl Rössel, Mitarbeiter des Rheinischen JournalistInnen-Büros und Kurator der Wanderausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg".

Die Rolle Indiens im Zweiten Weltkrieg
Der 2. Weltkrieg brach aus, als Indien sich mitten im Unabhängigkeitskampf gegen die Kolonialmacht Großbritannien befand. 1939 erklärte der britische Vizekönig Lord Linlithgow den Kriegseintritt Britisch-Indiens auf Seiten des Empire, ohne die gewählten indischen Volksvertreter zu konsultieren. So wurde das Land ungewollt mit in den Kampf gegen Nazi-Deutschland und dessen Verbündete Italien und Japan gezogen.
Der südnordfunk sprach mit der Historikerin Maria Framke. Sie verfasste ihre Promotion zum Thema "Wahrnehmungen und Aneignungen von Faschismus und Nationalsozialismus in Indien zwischen 1922 und 1939". Seit 2015 ist sie am Lehrstuhl für Europäische und Neueste Geschichte der Uni Rostock tätig und schreibt zur Zeit an ihrer Habilitation zum Thema „South Asian Humanitarianism in armed conflicts, 1899-1949“.

Wiedergutmachung für das Massaker von Thiaroye
M'bap Senghor war 32 Jahre alt, als er bei dem Thiaroye-Massaker vom französischen Militär ermordert wurde. Nachdem er als Kolonialsoldat für Frankreich im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte, wurden er und seine Gefährten ohne jegliche Zeichen der Anerkennung aus dem Kriegsdienst entlassen und nach Senegal zurückgeschickt. Viele erhielten nicht einmal ihren Gefangenlohn oder eine Entschädigung für ihre Soldatendienste. In Dakar angekommen und dann im Durchgangslager von Thiaroye eingesperrt, verlangten M'bap Senghor und andere Soldaten, was ihnen zustand. Anstatt sie zu bezahlen, tötete die französische Armee sie. In der offiziellen, aber falschen Erzählung war die Rede von einer Meuterei, die niedergeschlagen werden musste. Erst vor fünf Jahren erkannte der französische Präsident Hollande zum Teil das Unrecht der französischen Armee an. Der Sohn von M'bap Senghor, Biram Senghor, und die Historikerin Armelle Mabon haben rechtliche Schritte eingeleitet, um Zugang zur Wahrheit zu erhalten. Ihre Forderungen: die Exhumierung der Leichen und Zugang zu den Archiven.



Ausführliche Interviews und Gespräche

Interviews und Gespräche der VON UNTEN-Redaktion und von Sendungsmachenden von Radio Helsinki sowie aus den Freien Radios.

Die VON UNTEN im Gespräch-Sendungen zum Nachhören findest du unter: https://cba.fro.at/series/von-unten-im-gespraech

VON UNTEN-Redaktion
Email: vonunten@helsinki.at

Programm derzeit
17:00  

#Stimmlagen

17:30

Singing Birds

Von Sopran bis Alt

18:00  

Fratls Forum

19:00  

c/o

Programmhinweise
    06.08. 19:00 - 20:00

c/o

The Radical Left and Biden vs. Trump [c/o Against the Grain]
[weiter]

    06.08. 22:00 - 00:00

KAPUTT FM

Die Rede
[weiter]

    07.08. 07:30 - 08:00

#Stimmlagen

WH: Sommerpause: "Das Krisenmanagement lässt außerparlamentarische und oppositionelle Stimmen verstummen"
[weiter]

    07.08. 08:00 - 09:00

Tierrechtsradio

Die Farm To Fork Initiative der EU-Kommission
[weiter]

    07.08. 11:00 - 12:00

Pflegestützpunkt. Wie wir pflegen und pflegen wollen

Was Sie über Pflege wissen sollten und nie wissen wollten
[weiter]

    07.08. 12:00 - 12:05

Soundscape der Woche

Soundscape der Woche #28 - Hungrige Vogeljungen
[weiter]

    07.08. 12:05 - 12:35

#Stimmlagen

WH: Sommerpause: "Das Krisenmanagement lässt außerparlamentarische und oppositionelle Stimmen verstummen"
[weiter]

    07.08. 14:30 - 15:00

radio radia - radiokunst zum selbsthineinhören

Show 800: KIN (Usmaradio)
[weiter]

    07.08. 15:00 - 16:00

Blind Date

Zeit zum Spielen (WH)
[weiter]

    07.08. 16:00 - 16:30

Frequently Asked Questions

"Sprung durch den brennenden Reifen"
[weiter]

    07.08. 20:00 - 21:00

Literare e Musica

Anna Maria Bartens "Die Wortspielerin"
[weiter]

    08.08. 11:00 - 12:00

Das rote Mikro

Erinnerungen an Franz Innerhofer (1944-2002)
[weiter]

    08.08. 12:00 - 12:05

Soundscape der Woche

Soundscape der Woche #28 - Hungrige Vogeljungen
[weiter]

    08.08. 22:00 - 01:30

Club Station

Progressive Trance vs. Techno vs. Hands Up
[weiter]

    09.08. 12:00 - 12:05

Soundscape der Woche

Soundscape der Woche #28 - Hungrige Vogeljungen
[weiter]

    09.08. 17:00 - 18:00

genderfrequenz - sozialpolitisch, feministisch, unbeugsam!

WH: Black Feminism – Schwarze Feminismen
[weiter]

    10.08. 07:30 - 08:00

Between The Lines

Between The Lines (broadcast affiliate version) - Aug. 5, 2020
[weiter]

    10.08. 10:00 - 11:00

Pflegestützpunkt. Wie wir pflegen und pflegen wollen

WH: Was Sie über Pflege wissen sollten und nie wissen wollten
[weiter]

    10.08. 17:00 - 18:00

VON UNTEN im Gespräch

„Die Migrant*innen suchen den Reichtum, den wir ihnen gestohlen haben“
[weiter]

    10.08. 20:00 - 21:00

Das rote Mikro

Verbindet Lyrik mit Gesellschaftskritik: Uroš Prah
[weiter]

Aktuelle Kommentare