Charta der freien Radios

I. Grundsätze des Verbandes Freier Radios Österreich

Freie Radios sind unabhängige, gemeinnützige, nicht-kommerzielle und auf kommunikativen Mehrwert ausgerichtete Organisationen, die einen allgemeinen und freien Zugang zu Sendeflächen für Rundfunkverstaltungen bereitstellen, um die freie Meinungsäußerung zu fördern. Als dritte Säule der Rundfunklandschaft neben öffentlicht-rechtlichen und kommmerziell-privaten RundfunkveranstalterInnen erweitern Freie Radios die Meinungsvielfalt.

Offener Zugang / Public Access

Freie Radios geben allen Personen und Gruppen innerhalb des gesetzlichen Rahmens die Möglichkeit zur unzensierten Meinungsäußerung und Informationsvermittlung. Vorrang haben dabei soziale, kulturelle und ethnische Minderheiten sowie solche Personen und Gruppen, die wegen ihrer gesellschaftlichen Marginalisierung oder sexistischen oder rassistischen Diskriminierung in den Medien kaum oder nicht zu Wort kommen.

Partizipation

Freie Radios stellen Trainings-, Produktions- und Verteilungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie bilden Plattformen lokaler und (über-)regionaler Musik-, Kunst- und Kulturproduktion für gesellschaftspolitische Initiativen und für gesellschaftlich oder medial marginalisierte Communities. Sie laden ihre HörerInnen zur aktiven Beteiligung ein, spiegeln die gesellschaftliche, kulturelle und sprachliche Vielfalt ihrer Ausstrahlungsgebiete wider und fördern den interkulturellen Dialog.

Gemeinnützigkeit / Nichtkommerzialität

Freie Radios sind kein Privateigentum eines/r Einzelnen, sondern sind gemeinsam von ihren NutzerInnen getragene Organisationsformen, die vor allem dem Prinzip der Gemeinnützigkeit unterliegen. Ihre Tätigkeit ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und verfolgt das Prinzip eines werbefreien Radios ohne kommerzielle Produktwerbung. Um die Existenz und Unabhängigkeit gewährleisten zu können, braucht es eine Diversifizierung der Einnahmequellen. Die Finanzierung erfolgt durch Eigenleistungen wie Projekte oder Kooperationen, öffentliche Förderungen, Mitgliedsbeiträge und Spenden oder auch Sponsoring.

Transparenz / Organisation

In Freien Radios sind die Organisation und die Auswahlkriterien für Sendeinhalte durchschaubar und nachprüfbar zu halten. Die TrägerInnen Freier Radios handhaben ihr Management, ihre Programmgestaltung und ihre Beschäftigungspraxis so, dass sie jede Form der Diskriminierung ausschließt; sie sind dabei gegenüber allen UnterstützerInnen, dem Personal und den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen offen und verantwortlich. Sie fördern die Mitwirkung von MigrantInnen und Frauen in allen Bereichen.

Lokalbezug

Freie Radios verstehen sich als Kommunikationsmittel im lokalen und regionalen Raum und unterstützen die regionale Entwicklung. Damit fungieren freie Radios auch als fördernde Plattformen für regionalbezogene Kunst- und Kulturschaffende, in denen es für KünstlerInnen Auftritts- und Verbreitungsmöglichkeiten gibt. Darüber hinaus findet eine Auseinandersetzung mit überregionalen und internationalen Themen statt. Freie Radios arbeiten aktiv zusammen, z.B. durch Programmaustausch oder die gemeinsame Realisierung von medialen, kulturellen, künstlerischen oder gesellschaftspolitischen Projekten.

Unabhängigkeit

Freie Radios sind im Besitz, in der Organisationsform, in der Herausgabe und in der Programmgestaltung unabhängig von staatlichen, kommerziellen und religiösen Institutionen und politischen Parteien.

Anspruch

Freie Radios fördern eine selbstbestimmte, solidarische und emanzipatorische Gesellschaft. Sie wenden sich gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Orientierung, Herkunft, Abstammung Hautfarbe oder Ethnie, religiöser oder politischer Anschauung, aufgrund körperlicher oder geistiger Fähigkeiten, sozialer Herkunft, Sprache oder Alter. Sie treten für freie Meinungsäußerung, Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung, Menschenwürde und Demokratie ein.


II. Forderungen des Verbandes Freier Radios Österreich

Gesetzliche Anerkennung

Aufgrund ihrer Leistungen im öffentlichen Interesse müssen Freie Radios im Privatradiogesetz und KommAustria-Gesetz als eigene Kategorie anerkannt werden. Diese Leistungen sind insbesondere der Offene Zugang zu Sendeflächen im Rundfunk, die publizistische Ergänzung im lokalen und regionalen Bereich sowie die Vermittlung von Medienkompetenz.

Freie-Radios-Fonds

Die Leistungen im öffentlichen Interesse, die die Freien Radios erfüllen, müssen öffentlich gefördert werden. Die Freien Radios fordern die Einrichtung eines "Freie-Radios-Fonds", der aus jenem Teil der Rundfunkgebühren gespeist wird, der nicht dem ORF zufließt ("Gebührensplitting"). Bezüglich der urheberrechtlichen Abgaben genießen Freie Radios einen Sonderstatus, der ihrem gemeinnützigen Charakter entspricht.

Triales Rundfunksystem und BeauftragteR für Freie Medien

Die Dreiteilung des Rundfunksystems in öffentlich-rechtliche, privat- kommerzielle und gemeinnützige Freie Rundfunkveranstalter (triales Rundfunksystem) muss sich (strukturell in der Konstruktion) in der Struktur der Medienbehörde sowie bei der Lizenzvergabe widerspiegeln. In Sendegebieten, wo Bedarf vorhanden ist, muss die Versorgung mit Freiem Radio durch Vorrang bei der Lizenzvergabe gewährleistet sein. Als AnsprechpartnerIn für Forschung und Entwicklung im Dritten Rundfunksektor muss in der Medienbehörde einE BeauftragteR für Freie Medien installiert werden. Die Medienforschung muss künftig verstärkt auf die gesellschaftlichen Leistungen zugangsoffener Freier Radios eingehen.

Journalistische Gleichberechtigung

MitarbeiterInnen Freier Radios sind frei in ihrer Recherche und sind JournalistInnen anderer Medien gleichgestellt.

Mitbestimmung und Stellungnahme

Bei Erarbeitung von Gesetzen, Gesetzesänderungen und internationalen Verträgen, die das Medien- und Fernmeldewesen betreffen, haben die VertreterInnen der Freien Radios das Recht auf Mitbestimmung und Stellungnahme.

Programm derzeit
20:00  

Mit den Ohren lesen und schreiben

21:00

Gegenwart On Air

Gegenwart Kulturverein präsentiert:

22:00  

raumfest

23:00  

Musik aus Österreich

Programmhinweise
    26.04. 00:00 - 01:00

Democracy Now!

Democracy Now! 2017-04-25 Tuesday
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    26.04. 07:30 - 08:30

FROzine

WH: Mit Regulierung gegen #Hate und #Fake?
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    26.04. 11:00 - 12:00

Querbeet

Querbeet mit Vilja und Gast Eva Argentina
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    26.04. 12:00 - 13:00

FROzine

WH: Mit Regulierung gegen #Hate und #Fake?
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    26.04. 15:00 - 15:30

radio%attac

737. radio%attac – Sendung, 24. 04. 2017
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    26.04. 18:00 - 18:30

Radio AGEZ

Ernährung und Klimaschutz - Einfluss, Auswirkungen, Lösungsansätze
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    26.04. 19:00 - 20:00

Radio Netwatcher

Radio Netwatcher vom 21.4.2017 – Linus Neumann: Trolle werden trollen #eh16
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    27.04. 08:00 - 09:00

Women on Air present: Globale Dialoge

WH: Thicker than Water, 2.
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    27.04. 16:00 - 17:00

Anarchistisches Radio

Anarchistische Gruppen in Istanbul: InfiAl und DAF - Wiederholung der Sendung vom 8.1.2017
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    27.04. 18:30 - 20:00

Grundeinkommen ohne Arbeit?

Sondersendung
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    28.04. 08:00 - 09:00

Tierrechtsradio

Tierrechtsbewegung in Estland und Litauen
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    28.04. 11:00 - 12:00

Hannas bunte Kommode

Poetry Cafe: Italian Lakes (Wh.)
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    28.04. 20:00 - 20:30

Lange Lieder

Lange Lieder #68 - Mike Oldfield II
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    29.04. 11:00 - 12:00

Das rote Mikro

In memoriam Alp Bora
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    30.04. 18:00 - 19:00

Tag der Arbeitslosen 2017

Sondersendung
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    01.05. 06:30 - 07:30

Mit den Ohren lesen und schreiben

41. Sendung: Dramatisierte Texte aus der Zeitschrift LICHTUNGEN, Heft 145, 2016, Verena Mermer, Christian Moser-Sollmann, Franz
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    01.05. 08:00 - 10:30

aus den freien radios

1. Mai Special: Michael Seidman: Gegen die Arbeit | Klassenkonflikte in der Linken
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    01.05. 11:00 - 12:00

c/o

Seeing White - Made in America. [c/o Scene on Radio, Centre for Documentary Studies]
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    01.05. 20:00 - 21:00

Das rote Mikro

Gerschon Schoffmann, Chronist einer vergangenen Zeit
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    02.05. 08:30 - 09:30

Radio Stimme

Verschleierungstaktik: Das Kopftuchverbot und der antimuslimische Rassismus
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