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Grafik: angryfruitsalad.org © Radio Helsinki

Salonfähig und normal?

Rechte und autoritäre Verschiebungen als Herausforderung für Journalismus und Medienfreiheit.

Eine Radio Helsinki-Tagung mit Podiumsdiskussionen und Workshops

Graz, 22.-26. September 2021

#HelsinkiTagung2021 #salonfähigundnormal

„Wir sind beunruhigt über den Mangel an Wachsamkeit und Nachdenklichkeit.“
aus dem Aufruf zur Wachsamkeit: Initiative französischer Intellektueller gegen die Legitimierung der extremen Rechten, 1993

„Rechtsaußen verkauft sich besser als Sex.“ (Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU), 2021, 9)

Die Demokratiekrise bzw die Legitimationskrise der politischen Institutionen, die in Europa in mehreren Ländern zu autoritär geprägten Regierungen geführt hat, hat rechte und rechtsextreme Positionen vielerorts normalisiert. Medien haben immer wieder zu dieser Normalisierung beigetragen, indem sie sich unkritisch mit rechtsextremen Politiker:innen auseinandergesetzt haben. Auch Berichterstattung in kritischer Absicht hat oft ihr Ziel verfehlt und zur Normalisierung von nicht-menschenrechtsorientierten Politiken geführt. Mit der Covid-19-Pandemie hat sich der öffentliche Diskurs nochmal radikalisiert.

Rechtsextreme Akteur:innen werden von verschiedenen gesellschaftlichen Feldern analysiert: Journalismus, Verfassungsschutz, Wissenschaft und zivilgesellschaftliche Akteur:innen. Diese Felder funktionieren jeweils auf spezifische Weisen. Zivilgesellschaftliche Akteur:innen liefern oft wichtige Recherchen für andere Felder, werden jedoch oft nicht als Expert:innen anerkannt.

Mit der Konferenz sollen Akteur:innen aus den Feldern des professionellen Journalismus, aus dem citizen journalism und aus der Wissenschaft zusammengebracht werden. Die jeweiligen Zugänge dieser Felder sollen auf ihre Kompatibilität mit jeweils anderen Feldern befragt werden.

Zusätzlich soll mit einem Workshop-Programm vorrangig Interessierten aus dem Feld des citizen journalism (wie er für Freie Medien bzw Community-Medien typisch ist) ein Handwerkszeug geliefert werden, mit dem sie ihren Content qualitativ verbessern bzw dessen Verbreitung optimieren können.

Bei einer abschließenden Podiumsdiskussion soll ein multidimensionaler Blick auf die österreichische und mitteleuropäische Medienpolitik geworfen werden und dessen zukünftige Potentiale, aber auch Gefahren, zum Thema gemacht werden. Mit Akteur:innen aus der Wissenschaft, aus dem Bereich der Community-Medien, der alternativen Medien und aus der Politik.

PDF-Broschüre zur Tagung

Die Podiumsdiskussionen:

Wie über Rechte berichten?

Recherchen des Citizen Journalisms und ihr Weg in die Medienöffentlichkeit

24.9.2021, 19:00-21:30 Uhr
Radio Helsinki

Mehr Infos

„Koste es, was es wolle…“

Europäische Medienpolitik im Spannungsfeld von Message Control und Informationsfreiheit

25.9.2021, 19:00-21:30 Uhr
Radio Helsinki

Mehr Infos

Die Workshops:


Investigative Recherche

mit Florian Skrabal | Mittwoch, 22.9.2021, 10-18 Uhr

© Walther Moser

© Walther Moser

Prozessbeobachtung im extremistischen Umfeld

- Beobachten, Recherchieren und Berichten. Mit Mahriah Zimmermann | Donnerstag, 23.9.2021, 12-18 Uhr

Demonstration gegen Femizide, 9.4.2021 Graz © Doku Service Steiermark


Recherche, aber verschlüsselt 

Datensicherheit beim journalistischen Arbeiten. Mit Hans Christian Voigt | Freitag, 24.9.2021, 14-18 Uhr, und Samstag, 25.9.2021, 10-14 Uhr

© Walther Moser

© Walther Moser

Femizide - Misogynie und Narrenfreiheit

mit Isabel Haider | Freitag, 24.9.2021, 9-15 Uhr

Demonstration gegen Femizide, 9.4.2021 Graz © Doku Service Steiermark

© Doku Service Steiermark

Klassismus und Medien

mit Brigitte Theißl | Samstag, 25.9.2021, 10-17 Uhr

© Walther Moser

© Walther Moser

Mobile Reporting. Das Smartphone als Radiostudio

mit Florian Danhel | Sonntag, 26.9.2021, 10-18 Uhr

© Walther Moser

© Walther Moser

Organisationsteam: Manfred Kinzer, Daniela Oberndorfer und Lale Rodgarkia-Dara

Diese Tagung entsteht mit finanzieller Unterstützung und in Kooperation mit Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung, COMMIT, Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik, Verband Freier Rundfunk Österreich, Die Wiener Volkshochschulen, Land Steiermark Abteilung 9 Kultur, Europa, Sport und FH JOANNEUM.

Medienpartner: Orange 94.0 (Wien), Okto Community TV (Wien), FREIRAD Freies Radio Innsbruck, Campus & City Radio 94.4 (St. Pölten),  Radiofabrik (Salzburg), Radio Študent (Ljubljana), Freequeens (Ennstal) und Tilos Rádió (Budapest).

Projektlaufzeit


01.04.2021 - 31.10.2021

Kontakt:

Organisationsteam

tagung@helsinki.at

Kontakt aufnehmen

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Grafik: angryfruitsalad.org © Radio Helsinki

Wie über Rechte berichten?

Wie Recherchen des Citizen Journalisms ihren Weg in die Medienöffentlichkeit finden. || 24.9.2021, 19:00-21:30 Uhr, Radio Helsinki

Podiumsdiskussion: Wie über Rechte berichten? Wie Recherchen des Citizen Journalisms ihren Weg in die Medienöffentlichkeit finden.


Freitag, 24.9.2021, 19:00-21:30 Uhr, Radio Helsinki Funkhaus-Foyer

mit Judith Goetz (FIPU), Nina Horaczek (Falter), Dirk Müllner (Doku Service Steiermark), Karl Öllinger (Stoppt die Rechten), Markus Sulzbacher (Der Standard), N.N. (Kleine Zeitung

Moderation: Mahriah Zimmermann (prozess.report)

Kritische Medien sind essentiell, wenn es darum geht, der "Normalisierung" rechtsextremer Positionen in der politischen Debatte zu widerstehen und antifaschistische Positionen in der Gesellschaft zu stärken. Neben den klassischen Medien existiert auch eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich der Recherche von rechtsextremen Aktivitäten und Zusammenhängen widmen.

Die Zusammenarbeit mit Journalist:innen ist manchmal widersprüchlich: Die oft sehr detaillierten und qualitativ hochwertigen Recherchen aus der Zivilgesellschaft werden von Journalist:innen gerne benutzt, eine korrekte Benennung der Quellen bleibt jedoch aus verschiedenen Gründen immer wieder aus. Welche Bedeutung spielen Medien (neben Behörden, Verfassungsschutz, Zivilgesellschaft und Wissenschaft) in Bezug auf Recherchen zur extremen Rechten?

In einem Impuls-Interview mit Dirk Müllner wird diesem ambivalenten Umgang mit zivilgesellschaftlichen Recherchen nachgegangen. In der darauffolgenden Diskussion werden unterschiedliche journalistische Praxen beim Reden und Schreiben über Rechte erläutert und die Vernetzung österreichischer Medien in internationalen Recherche-Netzwerken offengelegt.

Die Diskussion wird live auf Radio Helsinki sowie auf FREIRAD (Innsbruck) und FREEQUENNS - Das freie Radio im Ennstal übertragen.

Zuhörer:innen im Funkhaus: Bitte 3G-Regel beachten.

#HelsinkiTagung2021 #salonfähigundnormal

Judith Goetz
ist eine österreichische Literatur- und Politikwissenschaftlerin, Gender-Forscherin, politische Bildnerin und Rechtsextremismus-Expertin. Zuletzt Mitherausgeberin von "Rechtsextremismus Band 4: Herausforderung für den Journalismus", Mandelbaum Verlag, 2021.
Nina Horaczek


ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet seit dem Jahr 2000 bei der Wiener Wochenzeitung Falter, aktuell als Chefreporterin. Horaczek widmet sich intensiv den Themen Rechtsextremismus und soziale Gerechtigkeit und ist Mitbegründerin des Europe’s Far Right Research Network. Zuletzt veröffentlichte sie gemeinsam mit Walter Ötsch "Wir wollen unsere Zukunft zurück! Streitschrift für mehr Phantasie in der Politk" (Westend Verlag)

Dirk Müllner

ist Teil des Doku-Service-Steiermark, eines Netzwerks freier Fotojournalist*innen und Medienaktivist*innen mit Schwerpunkt auf Protesten und außerparlamentarischer Politiken. Gemeinsam mit der Antifaschistischen Recherche Graz publizierte er den Beitrag "Gretchenfrage Antifa. Zum ambivalenten Umgang von Journalist*innen mit Antifa-Recherchen" in: "Rechtsextremismus Band 4: Herausforderung für den Journalismus", Mandelbaum Verlag, 2021.

Karl Öllinger

war mehr als 20 Jahre Nationalratsabgeordneter für Die Grünen, hat die Website www.stopptdierechten.at mitbegründet und ist derzeit als Arbeiterkammerrat in Wien tätig.

Markus Sulzbacher

arbeitet seit 1997 für die Tageszeitung DER STANDARD, er schreibt u.a. Analysen über Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Islamismus und Hass im Netz für den STANDARD-Watchblog. Zuletzt Mitherausgeber von "Rechtsextremismus Band 4: Herausforderung für den Journalismus", Mandelbaum Verlag, 2021 und Beitrag in dem Buch „Fehlender Mindestabstand: Die Coronakrise und die Netzwerke der Demokratiefeinde“ Herder Verlag, 2021.

N.N.

Ein:e Vertreter:in der Grazer Redaktion der Kleinen Zeitung.

Mahriah Zimmermann

ist Aktivistin, Prozessbeobachterin und Vernetzungskünstlerin. Sie ist Mitbegründerin von prozess.report in Wien und berichtet regelmäßig aus Gerichtssälen in Österreich und darüber hinaus. Zuletzt veröffentlicht: "Rechtsextremismus vor Gericht" in: "Rechtsextremismus Band 4: Herausforderung für den Journalismus", Mandelbaum Verlag, 2021.

© Walther Moser
© Walther Moser

„Koste es, was es wolle…“

Europäische Medienpolitik im Spannungsfeld von Message Control und Informationsfreiheit || 25.9.2021, 19:00-21:30 Uhr, Radio Helsinki

Podiumsdiskussion: "Koste es, was es wolle..." Europäische Medienpolitik im Spannungsfeld von Message Control und Informationsfreiheit


Samstag, 25.9.2021, 19:00-21:30 Uhr, Radio Helsinki Funkhaus-Foyer

mit Eva Blimlinger (Die Grünen), Ivan Koruza (Radio Študent Ljubljana, RTV), Amar Rajković (biber), Natascha Strobl (#NatsAnalyse), Lea Susemichel (an.schläge), Györgyi Germán (Tilos Rádió, Budapest), Ulli Weish (Orange 94.0)


Moderation: Sarah Emler (ORF, Orange 94.0)

Der "Vierten Gewalt" im Staat ging es schon mal besser: Leser:innen, Hörer:innen und Zuseher:innen wandern in Social Media ab und überlassen deren Algorithmen die Auswahl ihres Medienkonsums. Die Medien als ursprüngliche Gatekeeper laufen nunmehr ungefilterten Nachrichten in Echtzeit hinterher, während Anzeigenvolumina zu News-Plattformen abwandern.

Berlusconi, Trump und in jüngster Zeit Orbán, Janša und Kurz sind prägnante Beispiele für den instrumentalisierten Umgang mit Medien. Message Control und Gefügigmachung durch Inseratenpolitik der ausgehungerten Medien auf der einen Seite, stehen Änderungen medienkonstituierender Rahmenbedingungen gegenüber.

Wie eine fortschrittliche Medienpolitik für die "redaktionelle Gesellschaft" aussehen kann, behandelt Ulli Weish in einem Impuls-Interview. Im darauffolgenden Panel werden Analysen von autoritären Verschiebungen der öffentlichen Meinungsbildung in Slowenien, Ungarn und Österreich mit Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Medien der Gegenöffentlichkeit diskutiert.

Die Diskussion wird live auf Radio Helsinki sowie auf FREIRAD (Innsbruck) und FREEQUENNS - Das freie Radio im Ennstal übertragen.

Zuhörer:innen im Funkhaus: Bitte 3G-Regel beachten.

#HelsinkiTagung2021 #salonfähigundnormal

Eva Blimlinger

ist Historikerin und derzeit Nationalratsabgeordnete für Die Grünen. Von 2007 bis März 2018 war Blimlinger ein von den Grünen nominiertes Mitglied des ORF-Publikumsrats. Von 2011 bis September 2019 war sie Rektorin der Akademie der bildenden Künste in Wien. Von Jänner 2018 bis Juni 2019 war sie Präsidentin der Österreichischen Rektorenkonferenz.

Ivan Koruza
ist Journalist und Kommunikationsexperte. Koruza begann seine Karriere als Journalist bei Radio Študent in Ljubljana, einem der ältesten unabhängigen Radiosender Europas, wo er noch immer tätig ist. Er arbeitet für den slowenischen Nationalsender RTV Slovenija als Journalist und Online-Moderator. Neben seiner journalistischen Tätigkeit ist er als Public-Speaking-Experte bei der slowenischen Debattierorganisation "Za in Proti, Zavod za kulturo dialoga" beschäftigt.
Amar Rajković

ist stellvertretender Chefredakteur des Magazins biber, welches neben der Printausgabe über ein umfassendes Ausbildungsprogramm für junge angehende Journalist:innen verfügt und proaktiv auf Social-Media Content für neue und alte Österreicher:innen produziert.

Natascha Strobl
ist Politikwissenschafterin mit Schwerpunkt auf Rechtsextremismus und "Neue Rechte". Sie analysiert rechte Diskursstrategien auf Twitter unter dem Hashtag #NatsAnalyse. Mitte September erscheint ihr Buch "Radikalisierter Konservatismus. Eine Analyse" bei Suhrkamp.
Lea Susemichel

geboren und aufgewachsen in Deutschland, studierte Philosophie und Gender Studies in Wien mit Schwerpunkt feministische Sprachphilosophie. Als Journalistin, Lehrbeauftragte und Vortragende arbeitet sie zu den Themen feministische Theorie & Bewegung und feministische Medienarbeit. Seit 2006 ist sie Leitende Redakteurin des feministischen Magazins an.schläge.

Györgyi Germán
gestaltet gemeinsam mit Éva Primusz “Leuchtturm” – eine deutschsprachige Sendung auf Tilos Rádió und hat bis vor kurzem die Vertretung der Fernuniversität Hagen in Budapest geleitet. Tilos Rádió ist das älteste, unabhängige Community Radio Ungarns mit Sitz in Budapest.
Ulli Weish

ist Geschäftsführerin von Orange 94.0, Freies Radio Wien, und als Vortragende und Lehrbeauftragte an der Universität Wien/Publizistik tätig.

Sarah Emler

ist als Journalistin u.a. Teil der ORF-ZIB-Redaktion (Außenpolitik-Schwerpunkt (Nordamerika)) und seit 2016 für Orange 94.0 als Trainerin tätig. Sie hat Film und Medien studiert, war/ist u.a. für Reuters News Agency und derstandard.at tätig.

Radio Helsinki fördern!

Unterstütze unsere Unabhängigkeit und profitiere von unseren Mitglieder-Angeboten

In unseren Workshops erarbeiten wir uns eine kritische Medienkompetenz. Bei Radio Helsinki ist es egal, wie alt Du bist, woher Du kommst, welches Geschlecht Du hast und wen Du liebst.

Unser Funkhaus ist ein Ort der Vernetzung und der Kommunikation für viele verschiedene Communities in Graz und darüber hinaus.

Wir finanzieren uns über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Förderungen der öffentlichen Hand. Viele Förderungen müssen wir Jahr für Jahr neu verhandeln. Durch Deinen Mitgliedsbeitrag stärkst Du unsere Unabhängigkeit gegenüber politischen Entscheidungsträger:innen.


haus.kultur - Housewarming Concert, 20.09.2020; ©NICOLAS PLEASURE GALANI

© Walther Moser

Radio Helsinki sendet rund um die Uhr ein werbefreies, unabhängiges und abwechslungsreiches Programm in derzeit zwölf Sprachen auf der Frequenz 92.6 MHz im Großraum Graz und per Livestream weltweit im Internet.

Unsere rund 280 Sendungsmacher:innen genießen eine große Autonomie in der Programmgestaltung. Weder staatliche noch kommerzielle Interessen beeinflussen unser Programm.

Claudia beim Basisworkshop mit Maske

© Walther Moser

haus.kultur - Housewarming Concert, 20.09.2020; ©NICOLAS PLEASURE GALANI

© haus.kultur - © Nicolas P. Galani

Regionale Künstler:innen und Musiker:innen kommen bei uns (ausgiebig) zu Wort, auch wenn sie (noch) nicht im Blickfeld öffentlich-rechtlicher und kommerzieller Radiostationen stehen. Wir haben großes Interesse an Initiativen der Zivilgesellschaft, auch wenn keine großen Organisationen dahinter stehen.

Mit unserem Nachrichtenmagazin VON UNTEN werfen wir einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Wir senden derzeit in elf verschiedenen Sprachen und es dürfen gerne noch mehr werden. 

Deine Vorteile als förderndes Mitglied

Als Mitglied bekommst du regelmäßig unsere Programmfalter und Flyer ohne weitere Kosten zugesandt. Du kannst zu vergünstigten Konditionen an unseren Workshops teilnehmen und bekommst unsere Merchandising-Artikel zum vergünstigten Mitgliederpreis.

Bei Festen und Konzerten, die wir veranstalten, zahlst du nur den ermäßigten Eintritt für Mitglieder. Und Du kannst Dir sicher sein, ein Projekt zu unterstützen, dass sich an den Menschenrechten orientiert und jenen eine Stimme gibt, die in den großen Medien nicht oder kaum vorkommen.

Die Konditionen:

Der Mitgliedsbeitrag pro Kalenderjahr beträgt € 60 für natürliche Personen und € 120 für Organisationen. Wenn Du Dir den regulären Mitgliedsbeitrag nicht leisten kannst, dann kannst Du mit € 40 einen ermäßigten Preis zahlen.

Hier kannst Du Dir die Beitrittserklärung (PDF) herunterladen. Sende uns die ausgefüllte Beitrittserklärung per E-Mail an office@helsinki.at oder per Post an

Radio Helsinki
Schönaugasse 8
A-8010 Graz

Unsere Kontodaten:

Radio Helsinki
Bank: BAWAG
IBAN: AT72 1400 0860 1061 8802
BIC: BAWAATWW

Wenn Du Deine Mitgliedschaft beenden magst, so reicht ein E-Mail oder ein formloses Schreiben. Wir zwingen niemand zu seinem Glück :)

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Programmübersicht

Mitglieder von Radio Helsinki kriegen den Programmfalter regelmäßig nach Hause geschickt. Ihr findet ihn bei uns im Funkhaus in der Schönaugasse 8 (eine Minute vom Jakominiplatz) und vielerorts in Graz.

Unser Programm ist sehr vielfältig. Mit der Programmübersicht verlierst du nie den Überblick. Hier findest du die Programmübersicht als PDF (Stand 31. Mai 2021, PDF, 277 KB).



Radioerinnerungen

„Radioerinnerungen“ macht ein kollektives Radiogedächtnis hörbar.

Projektinformation

Projekttitel: Radioerinnerungen

Projektzeitraum: 1.2.-31.12.2021

Die Sendereihe Radioerinnerungen: dienstags, 19-20 Uhr, ab 27. April 2021
Das Sendungsarchiv: Die Sendungen online nachhören.

Projektbeteiligte: Gea Gračner, Martin Dopler, Vilja Neuwirth, Wolfram Märzendorfer, Barbara Belic, Saifullahi Abdurrazak, Diego Rivas, Valerie Quade, Bettina Landl, Claudia Holzer, Joseph Emeka Nwachukwu, Lale Rodgarkia-Dara, Lena Prehal, Margarethe Maierhofer-Lischka, Okezie Agba-Okeke, Anita Inzinger, Gerhard Buchinger uvm.

„Radioerinnerungen“ sammelt Geschichte(n) rund um Radio Helsinki, Statements zur Gründung und Erzählungen zur Entwicklung, zu verschiedenen Aspekten des Freien Grazer Radios, dessen Selbstverständnis und Selbstverständigung. Es macht ein kollektives Radiogedächtnis hörbar, setzt sich mit dessen Bedeutung(en) für die Entwicklung und das Leben einer aufgeklärten Gesellschaft auseinander und fragt: Was war und ist Radio Helsinki „wirklich“? Wie hat es sich seit seiner Gründung verändert? Wer waren seine Akteur*innen, wer seine Zuhörer:innen und was das Verbindende? Welche Geschichten sind noch immer aktuell und was darf nicht vergessen werden?

Was hat uns beeindruckt und nachhaltig geprägt? Gedächtnis ist ein dynamisches Konzept, variabel und als Ganzes schwer fassbar. Es lebt und gedeiht zwischen den Betrachter:innen, den Hörer:innen und jenen, die das Gedächtnis perpetuieren, erzählen und immer wieder schreiben. Das Gedächtnis eines Freien Radios ist per se einer kollektiven Transformation unterworfen. Dessen Medium – der Äther – kreiert jene Entität des Unfassbaren, invisibel, auditiv, fluid und disloziert, die nun "hörbar" wird in Form von Beziehungen, die sich formieren und Selbstvergewisserung produzieren, als zeitbasiertes Medium, als Gemeinschaft, als Ort der Begegnung diverser Interessensgruppen und als Narrativ, als – ja auch nach 20 Jahren Radio Helsinki – historisches Erbe.

Jenes Wir-Gefühl, das bei Hörer:innen und Sendungsmachenden zugleich besteht, durch die Rezeption eindringt, findet sich in Aktionen der Erinnerung wieder. Wir fragen uns: Was war und ist das Radio Helsinki „wirklich“? Welche Bedeutung(en) hat es für die Entwicklung und das Leben einer aufgeklärten Gesellschaft?

Im Spannungsfeld des Mediums, seiner inhaltlichen Komponenten und in der Auseinandersetzung mit den sozialen Beziehungen selbst wird ein Radioerinnerungsgenerator (REG) entwickelt, der die Geschichte(n) des Radios in den Blick rückt. Im Sinne eines Erinnerns, das sich immer anders und für jede Person subjektiv zusammensetzt, wird das "Hörbuch" als generatives Medium gedacht, das nie gleich ist oder zu Ende erzählt.

Foto: Manfred Kinzer
Foto: Manfred Kinzer

In Memoriam Walter Lang

Wir trauern um unseren Kollegen Walter Lang.

Unser langjähriger Sendungsmacher Walter Lang ist am 30.6.2021 verstorben.

Seine ruhige freundliche, besonnene - niemals anbiedernde - und ewig kritische Haltung hat seine Sendung und sein Leben geprägt.

14 Jahre lang moderierte Walter die legendäre Sendung Werkskantine, jeden Samstag, von 8 bis 10 Uhr, live auf Radio Helsinki! Darin nahm er kritisch Stellung zum tagespolitischen Geschehen, vergab jedes Mal die Brennnessel für die dümmsten Aussagen von Politiker:innen, las Lieblingstexte und spielte handverlesene Musik.

Für Walter war das Radio Helsinki Studio Kreativ- und Entfaltungsraum, er liebte die Zeit alleine jeden Samstag Morgen ohne Ablenkung.

Unser Mitgefühl gilt der Familie und Freund:innen.

Walter, du wirst fehlen!

Im Winter 2020/21 haben wir eine Postkarten- Edition für unsere Sendungsmacher:innen veröffentlicht. Walter Lang hat sein Sujet selbst gezeichnet.

Bis September 2021 spielt Radio Helsinki jeden Samstag von 8-10 Uhr ausgewählte Ausgaben der Werkskantine.

Grafik: Walter Lang

Grafik: Walter Lang

Collage: Valerie Quade
Collage: Valerie Quade

„Ein Archiv für die Zukunft“

Der Alternative Medienpreis 2021 in der Kategorie Geschichte geht an "Frequently Asked Questions – das Corona Update aus dem Freien Radio".

Alternativer Medienpreis 2021 für Radio Helsinki-Format

"Frequently Asked Questions – das Corona Update aus dem Freien Radio" wird am 21. Mai 2021, um 19 Uhr, mit dem Alternativen Medienpreis in der Kategorie Geschichte ausgezeichnet.


© Lale Rodgarkia-Dara

"Mit dem Anspruch, ein Archiv für die Zukunft zu gestalten, sind wir natürlich nicht angetreten, aber mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass unsere regelmäßigen, zuerst wochentäglichen Sendungen nicht nur eine Alternative zur öffentlich-rechtlichen Berichterstattung sind, sondern eine Art Archiv über die gesellschaftlichen Veränderungen durch die Corona-Krise", so Valerie Quade.

Hinter den über 200 Ausgaben steckt eine größtenteils ehrenamtlich arbeitende Redaktion, aktuell besteht das aktive Kernteam aus der Sendungskoordinatorin Sarah Kieweg sowie Valerie Quade, Gea Gračner, Lale Rodgarkia-Dara und Simona Ďurišová.

Bemerkenswert ist die Riege der weiteren Nominierten in der Gewinnkategorie: u.a. der SWR2 mit einem Feature, eine Video-Reportage für Das Erste und ein Beitrag des MDR.

Die Verleihung wird am Freitag, 21. Mai 2021, ab 19 Uhr, online auf dem YouTube-Kanal der Journalistenakademie live-gestreamt.

Der Alternative Medienpreis prämiert „Medienschaffende, die offen sind für Neues, für Stimmen und Stimmungen sowie Bewegungen in unserer Gesellschaft. Neue Wege aufzuzeigen, damit auch eine alternative Öffentlichkeit zu schaffen, großen und kleinen Skandalen auf den Grund zu gehen.“

Der Alternative Medienpreis fördert kritische Medienkultur im deutschsprachigen Raum: Themen und Ansätze, die im Medienalltag oft vernachlässigt werden, bekommen so mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Er steht in der Tradition des Graswurzel-Journalismus der 70er und 80er Jahre. Damals entstanden Stadtzeitungen, nichtkommerzielle Lokalradios und Computernetzwerke von unten. Diese Art des Journalismus hat durch Blogger und Social Media neue Aktualität erlangt. Der Alternative Medienpreis wurde erstmals im Jahr 2000 verliehen und wird 2021 bereits zum 22. Mal vergeben. 

Aktuelle FAQ-Sendungstipps

Alle Ausgaben der Sendung im Podcast-Archiv

Ein Trailer, mit dem die FAQ-Redaktion ihre Sendung vorstellt (5 Minuten)

Hoodies, Shirts & Bags!

© Noemí Conesa


Unsere Merchandising-Artikel wurden unter Fair-Trade-Bedingungen hergestellt und bestehen aus 100% Bio-Baumwolle. Sie stammen von den Firmen Earth Positive und Neutral. Den Druck hat eine kleine Wiener Druckerei besorgt. Die Hoodies und T-Shirts von Earth Positive haben einen Unisex-Schnitt. Die Hoodies von Neutral sind etwas taillierter geschnitten und werden eher von Frauen* getragen.

Grundsätzlich gilt: Es sind nicht alle Kombinationen vorrätig. Fragt uns nach Wunschfarbe und -Aufdruck bei den Taschen bzw Wunschfarbe und -größe bei den Jacken, Pullis und T-Shirts.

Die Kapuzenjacken

Von Earth Positive
Farben: Hellgrau / Schwarz
Vorrätige Größen: S/M/L
Aufdruck vorne: Radio Helsinki Logo

Preis regulär: € 40,-
Preis für Mitglieder: € 37,-

© Noemí Conesa

© Noemí Conesa

Die Kapuzenpullis

Von Earth Positive
Farben: Schwarz
Vorrätige Größen: XS/S/M/L
Aufdruck vorne: Radio Helsinki Logo

Preis regulär: € 38,-
Preis für Mitglieder: € 35,-


© Noemí Conesa

Die Kapuzenpullis

Von Neutral
Farben: Orange / Rot / Hellblau / Blitzblau / Dunkelblau / Navy (sehr dunkles Blau)
Vorrätige Größen: S/M
Aufdruck vorne: Radio Helsinki Logo

Preis regulär: € 43,-
Preis für Mitglieder: € 40,-

Die T-Shirts

Von Earth Positive

Farben: Weiss / Hellgrau / Hellgrün / Blitzblau / Weinrot / Schwarz
Vorrätige Größen: S/M
Aufdruck vorne: Radio Helsinki Logo

Preis regulär: € 19,-
Preis für Mitglieder: € 16,-

© Noemí Conesa

© Noemí Conesa

Die Gym-Bags

Von Earth Positive, 40 x 45 cm

Farben: Weinrot / Navy (sehr dunkles Blau) / Natur (Beige) / Schwarz

Aufdruck vorne
: Radio Helsinki Logo
Aufdruck hinten
: Support your Local Grrrls Radio! | Community Radio Supporter*in | Helsinki Hörer*in | Radio Helsinki, Olta! | ohne Aufdruck

Preis regulär: € 16,-
Preis für Mitglieder: € 14,-


Die Stofftaschen

Von Earth Positive, 36 x 40 cm, lange Henkel

Farben: Rot / Weinrot / Navy (sehr dunkles blau) / Blau / Grün / Schwarz

Aufdruck vorne: Radio Helsinki Logo
Aufdruck hinten
: Support your Grrrls Radio (nur mehr 1 Stück) | Community Radio Supporter*in | Helsinki Hörer*in | Radio Helsinki, Olta! | hinten ohne Aufdruck

Preis regulär: € 15,-
Preis für Mitglieder: € 13,-

© Noemí Conesa


Alle Preise sind Bruttopreise. Umsatzsteuerbefreit – Kleinunternehmer gem. § 6 Abs. 1 Z 27 UStG.
Der Versand kommt noch dazu.

Bezahlweise: Vorabüberweisung auf unser Konto. Bitte mit der Überweisung warten, bis wir Dir eine Rechnung geschickt haben. 

Alternativ kannst Du auch während der Öffnungszeiten ins Funkhaus kommen und bar zahlen.

Zwei Wochen Rückgaberecht.

Bestellungen bitte per E-Mail an office@helsinki.at.

Unsere Kontodaten:
Radio Helsinki
BAWAG
BIC: BAWAATWW
IBAN: AT72 1400 0860 1061 8802

Snapshots From The Borders (Season 2) - We, the Citizen Journalists

Wenn "Grenze" zur existentiellen Erfahrung wird. "Citizen Journalism" ermächtigt jene, die an der gesellschaftlichen Basis leben und von hier aus die Fragen stellen. Die Sendereihe entsteht in Kooperation von Radio Helsinki mit Südwind Steiermark.

E-Mail: cj@helsinki.at

"Snapshots from the Borders" - die Stimmen von den Grenzen

Wie geht Engagement, wenn die Grenze und die Ungewissheit zur Existenz werden? Wenn Ankommen durch Abschiebung bedroht bleibt? Wenn die Erfahrung "anders zu sein" zur aufgezwungenen Identität wird? Wenn gleichberechtigtes "Mit-Mensch-sein" aberkannt wird? Was bleibt vom Leben, an der Grenze? Darüber sprechen wir bei "Seitenblicke von der Grenze".

Menschen, die erfahren haben, wie Krieg, Gewalt, Verfolgung oder Armut sie an die Grenzen des Erträglichen, des Zumutbaren gebracht haben. Ungewiss, wie und ob sie überleben. Ungewiss, ob die nationalen Grenzen zur Umkehr zwingen. Ungewiss, ob, wie und wo sie ankommen. Ungewiss, was die Zukunft bringt, weil Leben nicht planbar, sondern abhängig ist, von Entscheidungen, die Behörden treffen. Ungewiss, ob das Engagement sich lohnt: Das Lernen neuer Sprachen, die Suche neuer Arbeit, das Knüpfen neuer Beziehungen, das Ankommen an neuen Orten, sich Gerichtsverfahren aussetzen und Begehen von Behördenwegen.

Wir sind Menschen, die gemeinhin MigrantInnen und AsylantInnen genannt werden. Wir möchten nicht "unter uns bleiben" und auch diese Grenze überschreiten in Form des Dialogs mit der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft, dem Sozialen und der Kultur.

Das Projekt informiert europäische BürgerInnen darüber, dass Migration ein komplexes, multidimensionales Phänomen und ein politisches Thema ist, das Anstrengungen und konkrete Maßnahmen von Menschen, Organisationen und Netzwerken erfordert.

Citizen Journalism

"Citizen Journalism" (auch partizipativer Journalismus oder Graswurzeljournalismus) ermächtigt jene, die an der gesellschaftlichen Basis leben und von hier aus die Fragen stellen. Über das Radio als "grenzenlosem Medium" sprechen wir ein internationales Publikum mit landes-spezifischen Problemen an.

2019 wurden für Seitenblicke von der Grenze neun Interviews mit Aktivist*innen geführt. Dieses Jahr stellen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung die Fragen selbst.

Mitmachen

Wir laden BürgerInnen ein selbst JournalistInnen zu werden, sich an unserem Projekt zu beteiligen, um über Erfahrungen in Migration, Bildung, Politik, soziale Gerechtigkeit, Arbeit oder Alltag in Graz zu berichten. Wir möchte Diskriminierung überwinden durch Widerstandskraft und Selbstermächtigung.

Das Team

Wir sind Favour, Gea, Joseph, Regina, Saif, Vanessa und Walther. Wenn Du uns kennenlernen möchtest, ein Thema für uns hast oder Feedback geben möchtet, dann erreichst Du uns per E-Mail: cj@helsinki.at

Snapshots From The Borders (Season 2)

"Seitenblicke von den Grenzen" zielt darauf ab, das kritische Verständnis der europäischen, nationalen und lokalen EntscheidungsträgerInnen und der öffentlichen Meinung über globale Zusammenhänge im Hinblick auf die Erreichung der Ziele der SDGs, insbesondere SDGs 1, 5, 10, 11 und 16 zu verbessern. Das Projekt zielt insbesondere darauf ab, ein neues horizontales, aktives Netzwerk zwischen Gemeinden und Städten zu stärken, die direkt mit Migration an den EU-Grenzen zu tun haben, um effektivere Politikkohärenz auf allen Ebenen (europäisch, national, lokal) zu fördern.

"Snapshots From The Borders" bzw "Seitenblicke von den Grenzen" ist ein dreijähriges Projekt, das von der Europäischen Union kofinanziert wird und von 35 PartnerInnen, Gemeinden und Städten an den Grenzen und zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt wird. Project Leader ist die Comune di Lampedusa e Linosa.

Die Produktion dieser Sendereihe entsteht in Kooperation mit Südwind Steiermark und wird finanziert durch das Projekt Snapshots from the borders. Snapshots From The Borders ist ein von der Europäischen Union und der Austrian Development Agency mitfinanziertes Projekt.


Snapshots From The Borders läuft seit Juni in der Season 2 auf Radio Helsinki. Der Schwerpunkt für 2020 liegt auf Citizen Journalism. Die Podcasts der Season 2 finden sich im Radioarchiv der Freien Radios.

2019 wurden 9 Interviews für Snapshots From The Borders gestaltet.